Marketplace Pricing Download

Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung berechnen

Pflichtteilsanspruch und Pflichtteilsergaenzungsanspruch berechnen. §§ 2303 2311 2325 BGB Pflichtteil. Prüfraster: Pflichtteilsquote Nachlasswert Bewertungsstichtag Abzuege Ergaenzungsanspruch Auskunft. Output: Pflichtteilsberechnung mit Rechenweg. Abgrenzung: nicht für Auskunftsklage oder Pflichtteilsklage (schriftsatzkern-substantiierung).

ID: de.trusts-and-estates.pflichtteil-berechnen Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
⬇ Download

Pflichtteil und Pflichtteilsergänzung berechnen

Mandantenfragen beim Kaltstart

  1. Wer ist der Erblasser und wann ist der Erbfall eingetreten? Letzter gewöhnlicher Aufenthalt (Gerichtsstand)?
  2. In welchem Verhältnis steht der Mandant zum Erblasser — Abkömmling, Ehegatte, Elternteil? Durch Testament oder Erbvertrag enterbt oder zu wenig bedacht?
  3. Wer sind die übrigen Pflichtteilsberechtigten und die eingesetzten Erben?
  4. Hat der Erblasser Schenkungen in den letzten 10 Jahren getätigt (§ 2325 BGB)? An wen und in welcher Höhe?
  5. Liegt ein Bestandsverzeichnis nach § 2314 BGB vor oder muss es erst eingefordert werden?
  6. Gibt es Vorausempfänge des Pflichtteilsberechtigten mit Anrechnungsbestimmung (§ 2315 BGB)?
  7. Hat der Pflichtteilsberechtigte einen Pflichtteilsverzicht erklärt (§ 2346 BGB)?
  8. Besteht ein Pflichtteilsentzugsgrund nach § 2333 BGB (Straftat gegen Erblasser, Erblasser-nahe Personen)?
  • Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)

Rechtsgrundlagen

Norm Inhalt
§ 2303 BGB Pflichtteilsrecht — Geldanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils
§ 2304 BGB Ausschluss des Pflichtteils bei Zuwendung unter Auflage oder Bedingung
§ 2305 BGB Pflichtteil bei Bedachtheit mit weniger als Pflichtteil — Ergänzungsanspruch
§ 2309 BGB Ausschluss durch nähere Verwandte — Enkel nur bei Vorversterben der Kinder
§ 2311 BGB Bewertungsstichtag — Wert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Erbfalls
§ 2314 BGB Auskunftsanspruch — Bestandsverzeichnis; SV-Bewertung auf Nachlasskosten
§ 2315 BGB Anrechnung auf Pflichtteil — Vorausempfänge mit Anrechnungsbestimmung
§ 2316 BGB Ausgleichung unter Abkömmlingen — gleichmäßige Behandlung
§ 2325 BGB Pflichtteilsergänzung — Schenkungen letzter 10 Jahre; Abschmelzung 10 % je Jahr
§ 2326 BGB Pflichtteilsergänzung bei Bedachtsein — Ergänzung bis zur vollen Hälfte
§ 2327 BGB Anrechnung Eigengeschenke auf Ergänzungsanspruch
§ 2329 BGB Direktanspruch gegen Beschenkte wenn Nachlass nicht ausreicht
§ 2332 BGB Verjährung — 3 Jahre ab Kenntnis; 30 Jahre absolut
§ 2333 BGB Pflichtteilsentzug — abschließende Gründe
§ 2346 BGB Pflichtteilsverzicht — notariell beurkundeter Verzicht

Leitentscheidungen

Gericht Aktenzeichen Datum Kernaussage
BGH IV. Zivilsenat IV ZR 88/24 12.03.2025 Für die Entstehung des Pflichtteilsanspruchs (§ 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB) ist § 2317 Abs. 1 BGB auch dann maßgebend, wenn der Berechtigte zum Zeitpunkt des Erbfalls aufgrund der gesetzlichen Ausübungssperre in § 1600d Abs. 5 BGB an einer Anspruchsdurchsetzung gehindert ist. Für den Pflichtteilsanspruch des nichtehelichen Kindes ist Kenntnis von der wirksamen Vaterschaftsanerkennung oder -feststellung erforderlich. Quelle: bundesgerichtshof.de / dejure.org.
BGH IV. Zivilsenat IV ZR 93/24 02.07.2025 Zuwendung von Todes wegen an behandelnden Arzt nicht wegen Verstoß gegen § 32 (M)BO-Ä unwirksam; Berufsordnung kein § 134 BGB-Verbot; Testierfreiheit (Art. 14 GG) überwiegt. Quelle: bundesgerichtshof.de PM 2025/2025122.html.
Weitere Rechtsprechung Live-Verifikation erforderlich - keine weitere Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Datum, Aktenzeichen und Aussage protokollieren

Prüfschema — Stufenweise Pflichtteilsberechnung

Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.

Schritt Prüfpunkt Norm Ergebnis
1 Pflichtteilsberechtigung prüfen § 2303 BGB Wer ist berechtigt? Abkömmlinge / Ehegatte / Eltern
2 Gesetzliche Erbquote ermitteln §§ 1924 ff. BGB Quote je Berechtigtem
3 Pflichtteilsquote berechnen § 2303 Abs. 1 Satz 2 Hälfte der gesetzlichen Erbquote
4 Nachlasswert ermitteln § 2311 BGB Aktiva minus Passiva am Todestag
5 Schenkungen letzter 10 Jahre hinzurechnen § 2325 BGB Abschmelzung 10 % je Jahr
6 Pflichtteil berechnen §§ 2303, 2311 BGB Quote × Nachlasswert
7 Pflichtteilsergänzung berechnen § 2325 BGB Quote × Schenkungswert
8 Anrechnung Vorausempfänge § 2315 BGB Minderung Pflichtteil
9 Anrechnung Eigengeschenke § 2327 BGB Minderung Pflichtteilsergänzung
10 Direktanspruch gegen Beschenkte prüfen § 2329 BGB Wenn Nachlass insufficient
11 Verjährung prüfen § 2332 BGB 3 Jahre ab Kenntnis

Schritt 1 — Pflichtteilsberechtigte § 2303 BGB

Pflichtteilsberechtigt:

  • Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, Enkel wenn Kinder vorverstorben — § 2309 BGB)
  • Ehegatte / eingetragener Lebenspartner (LPartG)
  • Eltern des Erblassers — nur wenn keine Abkömmlinge vorhanden

Nicht pflichtteilsberechtigt: Geschwister, Großeltern, Stiefeltern, Stiefkinder (ohne Adoption)

Schritt 2 — Gesetzliche Erbquoten §§ 1924 ff. BGB

Konstellation Gesetzliche Erbquoten
Ehegatte + 2 Kinder (Zugewinngemeinschaft) Ehegatte 1/2 (1/4 nach § 1931 + 1/4 pauschalierter Zugewinn § 1371); jedes Kind 1/4
Ehegatte + 1 Kind (Zugewinngemeinschaft) Ehegatte 1/2; Kind 1/2
Ehegatte + keine Kinder, Eltern leben Ehegatte 3/4; Eltern 1/4
Nur 3 Kinder, kein Ehegatte Jedes Kind 1/3
Keine Kinder + Eltern Jeder Elternteil 1/2
Ehegatte + keine Kinder + keine Eltern Ehegatte allein 100 %

Zugewinngemeinschaft Hinweis: § 1371 BGB pauschaliert den Zugewinn durch Erhöhung der Erbquote um 1/4 ("erbrechtliche Lösung"). Alternativ: bei Ausschlagung güterrechtliche Lösung + kleiner Pflichtteil § 1371 Abs. 3 BGB.

Schritt 3 — Pflichtteilsquote

Pflichtteilsquote = 1/2 × gesetzlicher Erbteil
Beispiel Gesetzlicher Erbteil Pflichtteilsquote
Einziges Kind enterbt; kein Ehegatte 1/2 1/4 des Nachlasses
Kind 1 enterbt; Ehegatte + Kind 2 (Zugewinn) 1/4 1/8 des Nachlasses
Ehegatte enterbt; 2 Kinder 1/2 (inkl. Zugewinnzuschlag) 1/4 des Nachlasses
Kind enterbt bei Zugewinngemeinschaft Ehegatte + 1 Kind 1/2 1/4 des Nachlasses

Schritt 4 — Nachlassbewertung § 2311 BGB

Aktiva (Stichtag = Todestag)

Vermögensgegenstand Bewertungsmethode
Bankguthaben, Barvermögen Nennwert
Wertpapiere (börsennotiert) Schlusskurs Todestag
Wertpapiere (nicht börsennotiert) Ertragswertverfahren
Immobilien Verkehrswert-Gutachten (SV § 2314 Abs. 1 Satz 2 BGB)
Unternehmensbeteiligungen IDW S1 oder vereinfachtes Ertragswertverfahren
Rechtsprechung live prüfen keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Hausrat Zeitwert (geschätzt)
Lebensversicherung Rückkaufswert (soweit keine Drittbegünstigung)

Passiva

Verbindlichkeit Abzugsfähig
Erblasser-Schulden (Kredit, Steuern, Unterhalt) Ja
Beerdigungskosten § 1968 BGB Ja
Pflegekosten letzte Lebensjahre Ja (soweit nicht bereits bezahlt)
Rechtsprechung live prüfen keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
Pflichtteils-Verbindlichkeiten anderer Ja (als Erbfallschuld)

Schritt 5 — Pflichtteilsergänzung § 2325 BGB

Abschmelzungsregel

Schenkungsjahr vor Erbfall Anrechnungsquote
1. Jahr (0–12 Monate vor Tod) 100 %
2. Jahr 90 %
3. Jahr 80 %
4. Jahr 70 %
5. Jahr 60 %
6. Jahr 50 %
7. Jahr 40 %
8. Jahr 30 %
9. Jahr 20 %
10. Jahr 10 %
> 10 Jahre 0 % — keine Anrechnung

Ausnahme: Ehegatte-Schenkungen

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Schenkung an Ehegatte vor 30 Jahren ist relevant wenn Ehe bei Tod noch bestand

Ausnahme: Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Erblasser verschenkt Immobilie aber behält lebenslangen Nießbrauch → Frist ab Tod/Aufgabe Nießbrauch

Bewertung der Schenkung § 2325 Abs. 2 BGB

Sachtyp Bewertungsregel
Geld, Wertpapiere (verbrauchbar) Wert zum Schenkungszeitpunkt
Rechtsprechung live prüfen keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren

Inflationsbereinigung: Schenkungswert × (Verbraucherpreisindex Todestag / Verbraucherpreisindex Schenkungstag)

Berechnungsformel (Gesamtübersicht)

PFLICHTTEILSBERECHNUNG

I. Nettonachlass
   Aktiva zum Todestag:                    EUR [A]
 - Passiva:                                EUR [B]
 = Nettonachlass:                          EUR [C]

II. Pflichtteilsergänzung (Schenkungen)
   Schenkung Nr. 1 vom [Datum]:
     Wert (nicht verbrauchbar — Niederstwert): EUR [X]
     Abschmelzung [X]%:                     EUR [Y]
   Schenkung Nr. 2 vom [Datum]:
     Wert (verbrauchbar — Nominalbetrag):    EUR [X]
     Abschmelzung [X]%:                     EUR [Y]
   Summe Ergänzungsmasse:                   EUR [D]

III. Berechnungsbasis
   Nettonachlass + Ergänzungsmasse:         EUR [C+D]

IV. Pflichtteilsquote: [X/Y] (z.B. 1/8)

V. Pflichtteilsanspruch:
   Nettonachlass × Quote:                  EUR [P1]
   Ergänzungsanspruch:
   Ergänzungsmasse × Quote:                EUR [P2]
   Gesamt (vor Anrechnung):                EUR [P1+P2]

VI. Anrechnung § 2315 BGB (Vorausempfang):  EUR [minus A]
   Gesamt-Pflichtteilsanspruch:            EUR [Summe]

Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)

Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.

Konstellation Empfohlener Weg
Standard — Pflichtteil berechnen Neunstufiges Schema; Schriftsatzbausteine unten
Variante A — Erbe zahlt freiwillig wenn Betrag klar Aussergerichtliche Geltendmachung; Klage nur als Backup
Variante B — viele Schenkungen innerhalb von 10 Jahren Pflichtteilsergaenzung § 2325 BGB Hauptfokus
Variante C — Immobilienwert streitig Sachverstaendigengutachten einplanen; Stufenklage als Sicherheit

Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.

Schriftsatz-Bausteine

Auskunftsanforderung § 2314 BGB

An die Erben nach [Erblasser]
[Adresse]

Auskunfts- und Wertermittlungsanspruch nach § 2314 BGB

Sehr geehrte Damen und Herren,

namens und in Vollmacht unseres Mandanten — [Name] als
Pflichtteilsberechtigter nach dem am [Datum] verstorbenen
[Erblasser] — fordern wir Sie auf, binnen vier Wochen ein
notarielles Nachlassverzeichnis nach § 2314 Abs. 1 Satz 3
BGB vorzulegen.

Das Verzeichnis muss enthalten:
1. Sämtliche Aktiva und Passiva des Nachlasses zum Todestag
   [Datum], bewertet nach §§ 2311, 2311a BGB
2. Sämtliche Schenkungen des Erblassers der letzten 10 Jahre
   nach § 2325 BGB (auch gemischte Schenkungen und
   Schenkungen unter Nießbrauchsvorbehalt)
3. Ausgleichungspflichtige Zuwendungen nach §§ 2315, 2316 BGB

Hinsichtlich der Bewertung von Immobilien und Unternehmen
verlangen wir bereits jetzt die Hinzuziehung eines vereidigten
Sachverständigen nach § 2314 Abs. 1 Satz 2 BGB. Die Kosten
trägt der Nachlass (§ 2314 Abs. 2 BGB).

Nach fruchtlosem Fristablauf werden wir Stufenklage nach
§ 254 ZPO erheben.

Mit freundlichen Grüßen
[Kanzlei]

Stufenklage § 254 ZPO (Antragsformulierung)

Klage

In der Sache [Pflichtteilsberechtigter] ./. [Erben]

beantragen wir:

I. Auskunftsstufe:
   Die Beklagten werden verurteilt, Auskunft über den Bestand
   des Nachlasses nach [Erblasser] zu erteilen durch Vorlage
   eines vollständigen Bestandsverzeichnisses einschließlich
   aller Schenkungen der letzten 10 Jahre.

II. Versicherungsstufe:
   Die Beklagten werden verurteilt, die Richtigkeit des
   vorgelegten Verzeichnisses an Eides statt zu versichern.

III. Zahlungsstufe:
   Die Beklagten werden verurteilt, an den Kläger den sich
   aus der Auskunft ergebenden Pflichtteilsanspruch nebst
   Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem
   Basiszinssatz seit Klagezustellung zu zahlen.

--- vor Versand klaeren ---

  1. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Bestand / Abfindung / Reputation / Schnelle Loesung]
  2. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestabfindung / Freistellung / Zeugnisformulierung]
  3. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgespraech / Settlement vor Klageerhebung]

Beweislast

Partei Beweislastgegenstand Beweismittel
Pflichtteilsberechtigter Berechtigung (Verwandtschaft, Ehegatten-Status) Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Scheidungsurteil
Pflichtteilsberechtigter Schenkungen § 2325 BGB Schenkungsvertrag, notarielles Protokoll, Kontobewegungen
Pflichtteilsberechtigter Wert der Schenkung SV-Gutachten, Börsenkurs, Kaufpreisnachweis
Erbe Anrechnungsbestimmung § 2315 BGB Schriftliche Vereinbarung mit Anrechnungsvorbehalt
Erbe Pflichtteilsentzug § 2333 BGB Strafurteil, Beweise für Verfehlung
Erbe Pflichtteilsverzicht § 2346 BGB Notarielle Urkunde

Fristen

Frist Auslöser Dauer Folge
Verjährung Pflichtteil § 2332 BGB Kenntnis von Erbfall + letztwilliger Verfügung 3 Jahre ab Jahresende Anspruchsverlust
Absolute Verjährung Erbfall (unabhängig von Kenntnis) 30 Jahre § 199 Abs. 3a BGB Anspruchsverlust
Auskunftsfrist § 2314 BGB Setzung im Schreiben Üblich 4 Wochen Stufenklage
Direktanspruch § 2329 BGB Schenkungsdatum 3 Jahre ab Kenntnis Verjährung gegen Beschenkten

Gegenargumente und Reaktion

Gegenargument Erbe Reaktion
Rechtsprechung live prüfen keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
"Pflichtteilsverzicht liegt vor" Prüfen ob notarielle Form § 2346 BGB gewahrt; Anfechtung wegen Irrtum/Täuschung § 2351 BGB
Rechtsprechung live prüfen keine Entscheidung aus Modellwissen; Quelle vor Ausgabe protokollieren
"Vorausempfang anzurechnen" Anrechnungsbestimmung schriftlich vereinbart? § 2315 BGB; nur bei ausdrücklicher Anrechnung
"Nachlasswert überhöht bewertet" Eigene SV-Bewertung; Niederstwertprinzip bei nicht verbrauchbaren Sachen

Streitwert und Kosten

Streitwert Pflichtteilsklage: Bezifferter Pflichtteilsanspruch

Gerichtsgebühren Beispiel EUR 80.000:

  • Stufe 1 (Auskunft): Streitwert 25 % der Hauptsache = EUR 20.000 → GKG ca. EUR 588
  • Stufe 3 (Zahlung): EUR 80.000 → GKG ca. EUR 1.962 (3.0)
  • RA-Gebühren gesamt je Partei: ca. EUR 5.000–7.000

SV-Gutachten Immobilie: EUR 2.000–6.000 (Nachlasskosten § 2314 Abs. 2 BGB)

Strategische Empfehlung

Strategie Empfehlung Begründung
Verjährung sichern Sofort nach Erbfall Auskunftsschreiben senden § 2332 BGB Frist läuft ab Jahresende; keine Fristverlängerung
Stufenklage Bei Auskunftsverweigerung unverzüglich Stufe 1 erheben Einheitliches Verfahren; effizient
SV frühzeitig Sachverständigen für Immobilien-/Unternehmens-Bewertung benennen Basis für Pflichtteilshöhe; auf Nachlasskosten § 2314 Abs. 2 BGB
Schenkungsrecherche Kontoauszüge Erblasser letzter 10 Jahre vollständig durchsuchen Häufig unbekannte Schenkungen
Direktanspruch § 2329 Bei insolventen Erben gegen Beschenkte vorgehen Sicherungsmechanismus wenn Nachlass aufgebraucht

Anschluss-Skills

  • fachanwalt-erbrecht-pflichtteilsberechnung — vertiefte Pflichtteilsberechnung mit Auskunftsstufe
  • nachlassinsolvenz-erbenhaftung-begrenzen — wenn Nachlass überschuldet
  • fachanwalt-erbrecht-testamentsvollstreckung — TV-Abwicklung in Pflichtteilskonstellationen

Quellen

  • BGB §§ 2303–2338, 2346, 1924 ff., 1371
  • ZPO § 254
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.
  • Burandt/Rojahn Erbrecht
  • Stand: 05/2026

Related Skills

Germany flagGermany · trusts-and-estates

Betreuer als Erbe und Beschenkter

Workflow-Skill zu betreuer als erbe. Nutzt Normtext, Nutzerangaben und verifizierte Quellen; Rechtsprechung nur nach Live-Pruefung mit Gericht, Datum…

Klotzkette
Germany flagGermany · trusts-and-estates

CTA — Contractual Trust Arrangement: Strukturierung und Dokumentation

CTA-Struktur für Auslagerung von Pensionsverpflichtungen aufsetzen: Treuhandmodell, IFRS-Saldierung. Normen: § 6a EStG, IFRS, BetrAVG. Prüfraster: Tr…

Klotzkette
Germany flagGermany · trusts-and-estates

Höfe-Übergabe

Hofuebergabe nach HoefeO (Hamburg Niedersachsen NRW Schleswig-Holstein). Hofeigenschaft § 1 HoefeO Mindestwirtschaftswert. Hoferbe § 4 HoefeO Anerben…

Klotzkette
Germany flagGermany · trusts-and-estates

Erbschein-Antrag

Erbschein beantragen wenn Erbfolge nachgewiesen werden muss. §§ 2353 2356 BGB Erbschein §§ 352 353 FamFG Verfahren. Prüfraster: Erbscheinsart gesetzl…

Klotzkette
Germany flagGermany · trusts-and-estates

Fachanwalt für Erbrecht — Orientierung

Erbrechtsmandat einordnen Bearbeitungsroute bestimmen und erste Prioritaeten setzen. §§ 1922 2229 2303 BGB § 43a BRAO. Prüfraster: Erbfolge Testament…

Klotzkette