Ersteinrichtungsinterview
Kanzlei oder Unternehmen richtet das gewerbliche-Rechtsschutz-Plugin zum ersten Mal ein und muss Profil und Strategie hinterlegen. Ersteinrichtung Gewerblicher Rechtsschutz. Prüfraster: Kanzleiprofil Schutzrechtsportfolio Durchsetzungsstrategie Genehmigungsmatrix. Output: CLAUDE.md Kanzleiprofil als Grundlage für alle anderen Skills. Abgrenzung zu gewerblicher-rechtsschutz-anpassen (Nachbearbeitung) und mandat-triage-gewerblicher-rechtsschutz.
Ersteinrichtungsinterview
Zweck
Das Ersteinrichtungsinterview sammelt die kanzleispezifischen Informationen, die alle anderen Skills benötigen: Rechtsgebiets-Mix, Jurisdiktion, Schutzrechtsportfolio, Durchsetzungsstrategie und Genehmigungsmatrix. Ohne dieses Interview liefern alle anderen Skills generische Ergebnisse, die möglicherweise nicht mit der Kanzleipraxis übereinstimmen.
Das Interview schreibt das Kanzleiprofil in:
~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/gewerblicher-rechtsschutz/CLAUDE.md
Dieser Pfad überlebt Plugin-Updates.
Eingaben
Keine Pflicht-Eingaben vor dem Start. Das Interview fragt nacheinander ab.
Ablauf
Phase 1: Gemeinsames Kanzleiprofil (5 Minuten)
Falls ~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/unternehmens-profil.md nicht existiert oder Platzhalter enthält, zunächst diese fünf Fragen stellen:
- Vollständiger Name der Kanzlei / des Unternehmens (vollständige Firma)
- Rechtsform und Größe (Einzelkanzlei, Partnerschaft mbB, GmbH & Co. KG, Inhouse-Rechtsabteilung; Anzahl Anwälte/Mitarbeiter)
- Primäre Jurisdiktion (Deutschland, EU, international; Registrierungsländer)
- Branche / Tätigkeitsschwerpunkt (IP-Boutique, Wirtschaftskanzlei, Technologieunternehmen, Mode, Pharma etc.)
- Praxisumfeld (Einzelkanzlei / kleine Kanzlei / Großkanzlei / Inhouse)
Phase 2: IP-Praxisprofil (10 Minuten)
Gesprächsorientiert, ein Thema nach dem anderen:
Block A – Rechtsgebiete
- Welche IP-Rechtsgebiete bearbeiten Sie tatsächlich? (Markenrecht, Designrecht, Patentrecht, Urheberrecht, Wettbewerbsrecht/UWG, Geschäftsgeheimnisse, Open Source – Mehrauswahl)
- Für welche davon sind Sie intern zuständig, für welche beauftragen Sie externe Anwälte/Patentanwälte?
Block B – Portfolio
- Haben Sie ein bestehendes Schutzrechtsverzeichnis? (IP-Verwaltungssystem, Tabellenkalkulation, keines)
- Falls ja: Können Sie es als CSV/XLSX/PDF teilen? → Wenn geteilt, Extraktion anbieten
- Falls nein: Gemeinsam ein Basis-Portfolio aufbauen (Name, Typ, Reg.-Nr., Klassen, Ablaufdaten)
- Jurisdiktionen, in denen Sie Schutzrechte halten oder verwalten (DE/DPMA, EU/EUIPO, INT/WIPO-Madrid, EP/EPA, PCT)
Block C – Durchsetzungsstrategie
- Wo ordnen Sie Ihre Durchsetzungsstrategie ein?
- Offensiv: Abmahnungen früh bei augenfälliger Verletzung; Klage bereit
- Ausgewogen: Informelle Kontaktaufnahme zuerst; Abmahnung/Klage bei kommerziellem Schaden
- Defensiv: Nur durchsetzen wenn Klage wahrscheinlich und Mandant/Kanzlei bereit sind
- Gibt es Ausnahmen von dieser Standardhaltung? (z. B. bei bestimmten Branchen, Verletzungsarten, Wiederholungstätern)
Block D – Genehmigungsmatrix
- Wer muss Abmahnungen genehmigen, bevor sie versendet werden?
- Wer muss Notice-and-Action-Meldungen genehmigen?
- Wer muss Klageerhebungen genehmigen?
- Gibt es automatische Eskalationsauslöser (Streitwert > X €, Gegner ist Mandant, mediales Risiko)?
Block E – Markenschutz
- Überwachen Sie Ihre Marken aktiv? (Überwachungsdienst, internes Monitoring, reaktiv)
- Welche Marken werden überwacht?
- In welchen Jurisdiktionen?
Block F – Externe Berater
- Externe Patentanwälte / Markenanwälte für Anmeldungen?
- Externe Prozessanwälte für Verletzungsstreitigkeiten?
Block G – Integrationen
- IP-Verwaltungssystem angebunden? (Anaqua, CPA Global, PatSnap, Clarivate, Excel, keines)
- Rechtsprechungsdatenbank? (amtliche/freie Quellen oder lizenzierte Datenbanken bei vorhandenem Zugang, beide, keine)
- Dokumentenspeicher? (SharePoint, Box, Datev DMS, keiner)
Block H – OSS-Richtlinie
- Haben Sie eine Open-Source-Richtlinie? Falls ja, teilen Sie sie zur Extraktion.
- Copyleft-Produkte erlaubt? GPLv3-Code in proprietären Produkten erlaubt?
Phase 3: Profil schreiben
Nach Abschluss des Interviews alle Antworten in das Kanzleiprofil unter
~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/gewerblicher-rechtsschutz/CLAUDE.md
schreiben. Alle [PLATZHALTER]-Marker durch die tatsächlichen Informationen ersetzen.
Bestätigung ausgeben:
Einrichtung abgeschlossen. Ihr Kanzleiprofil wurde unter
[Pfad]gespeichert. Alle Skills lesen dieses Profil vor dem Start.Bereit für:
/gewerblicher-rechtsschutz:abmahnung-urheberrecht– Abmahnung entwerfen oder triagieren/gewerblicher-rechtsschutz:markenrecherche [Marke]– Clearance-Prüfung/gewerblicher-rechtsschutz:schutzrechts-portfolio– Schutzrechtsfristen prüfen- Alle anderen Skills
Nächster empfohlener Schritt: Führen Sie
/gewerblicher-rechtsschutz:schutzrechts-portfolioaus, um Ihre eingetragenen Schutzrechte und fällige Fristen zu prüfen.
Flags
--redo– Interview komplett neu ausführen (vorhandenes Profil wird überschrieben)--check-integrations– nur Integrationsprüfung, ohne vollständiges Re-Interview--quick– nur Pflichtfelder (Blöcke A + C + D); restliche Felder als Platzhalter belassen
Quellen und Zitierweise
Zitierweise nach ../references/zitierweise.md.
Dieses Interview-Skill zitiert keine primären Rechtsquellen; es konfiguriert das System. Alle nachgelagerten Skills zitieren dann nach dem befüllten Kanzleiprofil.
Ausgabeformat
Gesprächsorientiertes Q&A (ein Themenblock je Nachricht, nicht alle Fragen auf einmal). Abschluss: Bestätigungsmeldung + Link zum angelegten Profil + Liste der freigeschalteten Befehle.
Rechtlicher Hintergrund: Relevante Normen bei Kanzleieinrichtung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
- § 43a Abs. 2 BRAO – Verschwiegenheitspflicht: Schutzrechtsportfolio und Genehmigungsmatrix enthalten mandantenbezogene Daten und unterliegen der Verschwiegenheit; nur in gesicherter Umgebung speichern.
- § 203 StGB – Schutz mandantenbezogener Daten: Weitergabe des Kanzleiprofils an Dritte ohne Mandantenzustimmung strafbewehrt.
- FAO § 14k – Fachanwalt gewerblicher Rechtsschutz: Einrichtung des Profils hilft beim Nachweis der Fallzahlen (80 Fälle in 3 Jahren, davon 50 rechtsfoermlich) durch strukturiertes Mandatsmanagement.
Risiken / typische Fehler
- Zu early termination: Wenn das Interview abgebrochen wird, verbleiben Platzhalter im Profil; alle anderen Skills stoppen dann und fordern ein erneutes Interview.
- Kein Portfolio geteilt: Ohne Schutzrechtsverzeichnis kann der Portfolio-Skill keine Fristen berechnen; Nutzer auf manuelle Eingabe hinweisen.
- Durchsetzungsstrategie zu vage: "Ausgewogen" ohne spezifizierte Auslöser führt zu inkonsistenter Genehmigungsmatrix; nachfragen, bis Auslöser konkret sind.
- Integrationsstatus nicht verifiziert: Das Plugin prüft nicht ob eine Datenbank tatsächlich erreichbar ist; Nutzer darauf hinweisen, dass
--check-integrationsdies jederzeit prüfen kann. - Vertraulichkeit: Das Kanzleiprofil enthält mandantenbezogene Strukturinformationen; nicht in Klartext über ungesicherte Kanäle übertragen (§ 43a Abs. 2 BRAO, § 203 StGB).
<!-- AUDIT 27.05.2026 Task: Bundle 031 / Halluzinations-Reparatur Rechtsprechung live prüfen: Keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über amtliche oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren. Korrektur: GRUR 2019, 748 → GRUR 2019, 746. Verifiziert via damm-legal.de und dejure.org. -->
No additional documents ship with this skill.
Related Skills
Markenrechtliche Abmahnung und Unterlassungserklärung
Markenrechtliche Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklärung erstellen: Mandant hat Markenverletzung entdeckt und will Abmahnung aussprechen …
Urheberrechtliche Abmahnung – § 97a UrhG
Urheber oder Lizenznehmer erhielt unerlaubte Nutzung (Bild Text Video) oder Mandant erhielt Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung. § 97a UrhG Abmah…
Anti-KI-Marken und Authentizitätskennzeichen
Neue Kennzeichenstrategien für KI-Authentizitaet in Haute-Couture: Modehaus will Human-Made-Labels, Anti-KI-Marken oder Authentizitaetszertifikate et…
Erschöpfung, Graumarkt und Brezelmann-Strategie
Workflow-Skill zu discounter und graumarkt brezelmann. Nutzt Normtext, Nutzerangaben und verifizierte Quellen; Rechtsprechung nur nach Live-Pruefung …
DPMA-Widerspruch und Löschungsverfahren
DPMA-Widerspruch und Löschungsantrag gegen kollidierendes Zeichen: Markeninhaber entdeckt juengere aehnliche Marke oder will Lösung. Normen: §§ 42 ff…