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leitfaden-erstellen

Leitfaden und Merkblatt für Rechtsberatungsstelle erstellen: Anwendungsfall Studenten der Rechtsberatungsstelle brauchen praxistaugliche Leitfaeden für häufige Mandats-Konstellationen in leicht verstaendlicher Sprache. BeratungsHiG niedrigschwellige Beratung, Verbraucherrecht Mietrecht Arbeitsrecht. Prüfraster Zielgruppe und Sprachniveau, Rechtsgebiet und Kern-Probleme, Checkliste Handlungsschritte, Fristen und Risiken. Output Leitfaden in verstaendlicher Sprache mit Schritt-fuer-Schritt-Anleitung und Norm-Referenzen. Abgrenzung zu Einarbeitung-Skill für Ausbilder-Training und zu Recherche-Start.

ID: de.general.leitfaden-erstellen Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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/leitfaden-erstellen

  1. Lade CLAUDE.md → Rolle (muss Anleitender Volljurist sein), Fachbereiche, Rechtsgrundlage.
  2. Nutze den untenstehenden Ablauf.
  3. Wenn der Nutzer kein Anleitender Volljurist ist: Stopp und weiterleiten (Studierende → /rechtsberatungsstelle:einarbeitung).
  4. Durchlaufe: Fachbereich → Intake-Fragen → Pädagogikhaltung → Prüfungsgates → Querprüfungen → örtliche Besonderheiten.
  5. Schreibe guides/<fachbereich>.md. Erstelle das Verzeichnis guides/ bei Bedarf.
  6. Biete einen Testlauf an: /rechtsberatungsstelle:entwurf unter der konfigurierten Haltung ausführen, damit der Anleiter sieht, was Studierende sehen.

Build Guide: Anleitungsgeführter Fachbereichsleitfaden

Triage zu Beginn

  1. Fuer welchen Fachbereich soll der Leitfaden erstellt werden (Mietrecht, Sozialrecht, Aufenthaltsrecht, Strafrecht)?
  2. Welche Paedagogikhaltung soll der Leitfaden vorgeben: ausfuehren, anleiten oder lehren?
  3. Gibt es einen bestehenden Leitfaden, der ueberarbeitet werden soll, oder wird er neu erstellt?
  4. Welche spezifischen Prüfungsgates und RDG-Grenzen sollen fuer diesen Fachbereich konfiguriert werden?

Aktuelle Rechtsprechung

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Zentrale Normen

  • § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG — Erlaubnisfreie Rechtsberatung in Beratungsstellen unter Anleitung eines Volljuristen; Leitfaden konfiguriert den Anleitungsrahmen
  • § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht des anleitenden Anwalts: gilt auch fuer Leitfaden-Inhalte und Mandatsdaten
  • § 203 Abs. 4 StGB — Einbeziehung Dritter (Studierende) erfordert vertragliche Absicherung der Verschwiegenheit
  • § 43a Abs. 4 BRAO i.V.m. § 3 BORA — Interessenkonflikt-Regeln muessen im Leitfaden fuer jeden Fachbereich verankert sein

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Zweck

Der Anleiter-Leitfaden ist der Regler, der studierendengerichtete Skills von "Arbeit erledigen" auf "Studierenden die Arbeit lehren" umstellt. Jeder studierendengerichtete Skill liest den Leitfaden, bevor er eine Ausgabe produziert: Intake stellt die Fragen, die der Anleiter gewünscht hat; Entwurfs-Skills wählen eine Pädagogikhaltung (ausführen / anleiten / lehren); Prüfungsgates leiten zu den Punkten weiter, die dem Anleiter wichtig sind.

Zielgruppe: der anleitende Volljurist. Nicht Studierende. Studierende starten mit /rechtsberatungsstelle:einarbeitung.

Berufsrechtlicher Rahmen

Dieser Leitfaden ist ein internes Konfigurationsdokument. Er legt fest, wie die Beratungsstelle nach § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG betrieben wird:

  • § 6 Abs. 2 Nr. 2 RDG: Unentgeltlichkeit und Anleiterpflicht sind in jedem Leitfaden zu verankern.
  • § 43a Abs. 2 BRAO: Verschwiegenheit des Anleiters erstreckt sich auf alle im Rahmen der Beratungsstelle erlangten Informationen.
  • § 43a Abs. 4 BRAO / BORA § 3: Der Leitfaden muss Konfliktprüfungsregeln für den Fachbereich enthalten.
  • Krenzler, in: Krenzler (Hrsg.), RDG, 2. Aufl. 2021, § 6 Rn. 44–52: Anforderungen an die Anleitungsorganisation.

Schlüsselinhalte des Leitfadens

Biete dies als Checkliste an, die der Anleiter durcharbeiten oder als Inhaltsverzeichnis nutzen kann:

  • Was müssen Studierende wissen, bevor sie einen Fall berühren? (Verschwiegenheit nach § 43a BRAO analog / § 203 StGB; RDG-Grenzen; Umfang ihrer Befugnisse)
  • Was sind die 3–5 häufigsten Fehler von Studierenden in diesem Fachbereich, und wie soll der Skill sie erkennen?
  • Wann muss der Studierende pausieren und Rücksprache halten? (Einreichung, Versand, Strategieentscheidung, Vergleich)
  • Welches Sprachniveau ist für Mandantenmitteilungen anzustreben? (Leichte Sprache Niveau B1/B2 als Ziel bei Mandanten ohne juristische Vorbildung; ggf. mehrsprachig bei Geflüchteten)
  • Welche örtlichen Sonderregeln, Formulare oder Fristen muss jede Studierende kennen?
  • Wann soll der Skill lehren statt tun? (Je Dokumenttyp – Default und Ausnahmen festlegen)

Ablauf

Schritt 1: Rollenprüfung

Dies ist ein Anleiter-Skill. Lies CLAUDE.mdRolle. Wenn die Rolle nicht "Anleitender Volljurist" ist:

Dieser Skill ist für Anleiter – er konfiguriert das Verhalten der studierendengerichteten Skills. Wenn Sie der Anleiter sind, stellen Sie sicher, dass Ihre Rolle in /rechtsberatungsstelle:rechtsberatungsstelle-kaltstart-interview auf "Anleitender Volljurist" gesetzt ist. Wenn Sie Studierende/r sind, ist dies nicht der richtige Skill für Sie – starten Sie mit /rechtsberatungsstelle:einarbeitung.

Stopp, wenn Rolle nicht Anleiter.

Schritt 2: Fachbereich?

Für welchen Fachbereich soll dieser Leitfaden gelten? (Asyl/Aufenthaltsrecht | SGB II/Bürgergeld | Mietrecht | Verbraucherrecht | Familienrecht | SGB IX/Eingliederungshilfe | Sonstiges)

Falls "Sonstiges": Kurzname erfragen → wird zum Dateinamen (Kleinbuchstaben, Bindestriche: asyl.md, sgbii.md, mietrecht.md).

Prüfe die in CLAUDE.mdFachbereiche eingetragenen Bereiche. Wenn der gewählte Bereich dort nicht aufgeführt ist, hinweisen.

Falls ein Leitfaden für diesen Bereich bereits existiert: "Möchten Sie (a) abschnittsweise überarbeiten, (b) neu aufbauen und überschreiben, oder (c) zunächst den bestehenden Leitfaden sehen?"

Schritt 3: Intake-Fragen

Was sollten Studierende eine neue Mandantin/einen neuen Mandanten für diesen Fachbereich fragen? Ich starte mit einem generischen Intake für [Fachbereich] – sagen Sie mir, was hinzugefügt, entfernt oder geändert werden soll. Welche Warnsignale sollten Studierende erkennen? Welche Fälle passen gut zur Beratungsstelle, welche sollten weitervermittelt werden?

Fachbereichs-Defaults (wenn keine Angaben vorhanden):

Asyl/Aufenthaltsrecht:

  • Aktueller Status und Einreisezeitpunkt (Datum für Jahresfrist § 74 AsylG wichtig!)
  • Laufende Verfahren: BAMF-Bescheid erhalten? Klage eingereicht?
  • Besondere Vulnerabilität: Minderjährigkeit, Traumatisierung, Behinderung (§ 76b SGB IX)
  • Familienangehörige und deren Status
  • Vorstrafen (mit Sensibilität erfragen – § 3 AsylG, § 60 AufenthG prüfen)
  • Sprachkenntnisse / Dolmetscherbedarf
  • Dringlichkeit: Zustellungsdatum des Bescheids? Klagefrist (§ 74 AsylG: 2 Wochen bei § 36-Bescheid!)?

SGB II / Bürgergeld:

  • Aktueller Leistungsbezug / zuletzt erhaltener Bescheid
  • Anlass: Bewilligungs-, Änderungs- oder Ablehnungsbescheid? Sanktionsbescheid?
  • Einkommensverhältnisse, Vermögen (§§ 11–12 SGB II)
  • Unterkunftskosten (§ 22 SGB II – Angemessenheit prüfen)
  • Widerspruchsfrist: 1 Monat ab Bekanntgabe (§ 84 SGG)
  • Vorherige Kontakte mit dem Jobcenter (Widersprüche, Klagen)

Mietrecht:

  • Art des Mietverhältnisses (privat, sozial, öffentlich-gefördert)
  • Anlassfall: Kündigung, Mieterhöhung, Mängel, Kaution, Modernisierung?
  • Mietvertrag und Mietdauer
  • Dokumentation vorhandener Mängel (Fotos, Schriftverkehr)
  • Mietspiegel des Ortes verfügbar? (z. B. Berliner Mietspiegel 2023/2024)
  • Dringlichkeit: Räumungsklage? Gerichtstermin?

Schritt 4: Pädagogikhaltung

Drei Stufen – Anleiter wählt Default und kann je Dokumenttyp übersteuern:

Haltung Was der Skill tut Geeignet für
Ausführen Entwurf vollständig ausarbeiten; Studierende analysieren und übergeben Routineschriftsätze im 3. Semester+
Anleiten Gliederung und Schlüsselpunkte ausgeben; Studierende füllen aus Memos, neue Fachbereiche
Lehren Nur Fragen stellen; Studierenden zur Lösung führen 1. Semester, neue Fachbereiche, komplexe Rechtsfragen

Schritt 5: Prüfungsgates

Welche Arten von Dokumenten oder Entscheidungen müssen zwingend zu Ihnen? Ich schlage vor: Klageerhebung, Widerspruch (bei kurzfristigen Rechtsbehelfsfristen sofort), alle Schriftsätze an Gericht, alle Mitteilungen an Mandanten mit konkretem Rechtsrat.

Anleiter kann die Gate-Liste erweitern, einschränken oder beibehalten.

Schritt 6: Querprüfungen

Welche anderen Fachbereiche überschneiden sich regelmäßig?

  • Asylmandate → fast immer SGB II/XII-Fragen (§ 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB II: Leistungsausschluss für bestimmte Ausländer beachten!)
  • Mietmandate → ggf. Sozialhilfe (§ 22 SGB II Unterkunftskosten), ggf. Familienrecht
  • SGB II → Arbeitsrecht (Eingliederungsvereinbarung, Sanktionen bei Ablehnung von Arbeit)

Schritt 7: Örtliche Besonderheiten

Gibt es örtliche Regeln, Sonderformulare oder Fristen, die jede Studierende kennen muss? Welche lokalen Anlaufstellen (Gerichte, Behörden, Dolmetscherdienste, Kooperationspartner) sind wichtig?

Berlin-Beispiele:

  • Berliner Mietspiegel 2023/2024 (qualifiziert nach § 558d BGB)
  • Jobcenter-Bezirke Berlin (11 Bezirke) – Formulare und Zuständigkeiten
  • BAMF-Außenstellen Berlin, Eisenhüttenstadt
  • Pro Bono Berlin e. V. als Weitervermittlungspartner
  • Berliner Beratungszentrum für Migration und Qualifizierung (BBZ)

Bremen-Beispiele:

  • Jobcenter Bremen (zentral)
  • BAMF Bremen
  • Refugee Law Clinic Bremen (Uni Bremen) – Kooperationen möglich
  • Caritasverband Bremen – Migrationsberatung
  • Verbraucherzentrale Bremen

Schritt 8: Leitfaden schreiben

Ausgabe: guides/<fachbereich>.md mit den Sektionen:

  1. Fachbereichsüberblick und RDG-Grenzen
  2. Intake-Fragen (Standard und Warnsignale)
  3. Pädagogikhaltung (Default + Ausnahmen)
  4. Prüfungsgates
  5. Querprüfungen
  6. Örtliche Besonderheiten und Weitervermittlung
  7. Wichtige Fristen auf einen Blick
  8. Empfohlene Quellen und Datenbanken

Ausgabeformat

Supervisor-gerichtetes Konfigurationsdokument in Markdown. Kein [KI-GESTÜTZTER ENTWURF]-Vermerk – dies ist kein Studierenden-Output, sondern Anleiter-Konfiguration. Länge: 80–150 Zeilen pro Leitfaden.

Risiken / typische Fehler

  • Fristenversäumnis: Der Leitfaden muss für jeden Fachbereich die kritischsten Fristen explizit benennen. Besonders gefährlich: § 36 AsylG (1 Woche), § 74 AsylG (2 Wochen bei beschleunigtem Verfahren), § 4 KSchG (3 Wochen).
  • RDG-Grenzen nicht klar kommuniziert: Studierende ohne klare Anleitungsstruktur überschreiten versehentlich § 3 RDG.
  • Fehlende Konfliktprüfung: Ohne explizite Gate-Regel übersehen Studierende, wann sie den Anleiter einschalten müssen.
  • Sprachbarrieren bei Geflüchteten: Leitfaden sollte Dolmetscherressourcen und Sprach-Level-Anforderungen an Mandantenbriefe festlegen.

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