mandanten-kommunikations-log
Mandantenkommunikation dokumentieren und Kommunikations-Log führen: Anwendungsfall Rechtsberatungsstelle muss Beratungsgespraeache E-Mails und Entscheidungen vollständig und datenschutzkonform dokumentieren. DSGVO Datenschutz studentische Rechtsberatung, § 43a BRAO Vertraulichkeit, BDSG. Prüfraster Gespraeach-Datum Inhalt Ergebnis und Naechste Schritte protokollieren, Datenschutz beachten, Übergabe an anderen Berater sicherstellen. Output Kommunikations-Log mit strukturiertem Protokoll und Weiterleitungshinweisen. Abgrenzung zu Semester-Übergabe für Mandats-Übergabe und zu Status-Skill.
/mandanten-kommunikations-log
- Lade
CLAUDE.md→ Fachbereich, Aufsichtsmodell, Verschwiegenheitspflichten. - Prüfe: Handelt es sich um eine neue Kommunikation (→ Eintrag hinzufügen) oder um Abruf/Export (→ strukturierte Übersicht ausgeben)?
- Erfasse alle relevanten Metadaten (Datum, Art, Beteiligte, Inhalt, Ergebnis, nächste Schritte).
- Gib den neuen Logeintrag formatiert aus.
- Weise auf offene Fristen und ausstehende Antworten hin.
Mandantenkommunikations-Logbuch
Zweck
Lückenlose Dokumentation aller Kontakte in einem Mandat ist aus mehreren Gründen unverzichtbar:
- Semesterübergabe: Nachfolgende Studierende müssen den Stand des Mandats vollständig nachvollziehen können (
/rechtsberatungsstelle:semester-übergabe). - Haftungssicherung: Im Streitfall muss nachgewiesen werden können, wann welche Mitteilung erging (§ 127 BGB analog für Fristwahrung).
- Qualitätssicherung: Der anleitende Volljurist prüft, ob der Mandant korrekt informiert und keine unzulässige Rechtsberatung erteilt wurde.
- Verschwiegenheit: Das Logbuch enthält personenbezogene Daten und fällt unter § 43a Abs. 2 BRAO (Anleiter), § 203 StGB (alle Beteiligten), DSGVO Art. 5, 9. Kein Zugang für Dritte ohne Freigabe.
Berufsrechtlicher Rahmen
- § 43a Abs. 2 BRAO: Verschwiegenheitspflicht des anleitenden Anwalts.
- § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB: Unbefugte Offenbarung von Mandantengeheimnissen.
- § 50 BRAO: Aufbewahrungspflicht Mandantenakte mindestens 5 Jahre.
- DSGVO Art. 5 Abs. 1 lit. e: Speicherbegrenzung – keine unnötig langen Aufbewahrungszeiten.
- DSGVO Art. 9: Besondere Kategorien (Asylstatus, Gesundheitsdaten) – erhöhte Sorgfalt.
Intern bleiben: Logeinträge werden nicht an den Mandanten weitergegeben. Sie sind interne Arbeitsdokumentation.
Eingaben
- Aktenzeichen oder anonyme Mandantenkennung (z. B. "M-2024-17")
- Datum und Uhrzeit des Kontakts
- Art des Kontakts: persönlich | telefonisch | schriftlich (Brief/E-Mail/Fax) | durch Dritte (Dolmetscher)
- Beteiligte: Studierender, Anleiter, Mandant, Behörde/Gericht, Dolmetscher
- Inhalt: Was wurde mitgeteilt / besprochen / vereinbart?
- Ergebnis: Was ist entschieden, was bleibt offen?
- Nächste Schritte und Fristen
Logstruktur (Standardformat)
### Eintrag [Nummer] – [Datum] [Uhrzeit]
**Art:** [persönlich | telefonisch | schriftlich]
**Beteiligte:** [Studierender: Name/Kürzel] | [Anleiter: ✓ anwesend / – nicht anwesend] | [Mandant: ✓] | [Dolmetscher: Name/Sprache oder –]
**Gegenüber:** [Jobcenter Mitte Berlin | BAMF Bremen | VG Berlin | Mandant direkt | Sonstiges: ]
**Thema:** [Kurzbeschreibung, 1–2 Sätze]
**Inhalt:**
- [Bullet 1]
- [Bullet 2]
- [Bullet 3]
**Ergebnis / Stand:**
[Was ist beschlossen? Was wurde mitgeteilt? Was bleibt offen?]
**Offene Fristen:**
| Frist | Datum | Status |
|---|---|---|
| [z. B. Widerspruch SGB II] | [TT.MM.JJJJ] | [offen] |
**Nächste Schritte:**
1. [Aktion – verantwortlich: Studierender / Anleiter – bis: TT.MM.JJJJ]
2. …
**Verschwiegenheitshinweis:** Dieser Eintrag enthält vertrauliche Mandantendaten (§ 203 StGB, § 43a BRAO). Kein Zugang für Externe.
Typische Kontaktarten und besondere Hinweise
Erstgespräch / Intake
- Immer das Datum festhalten → Ausgangspunkt für Fristen (z. B. Jahresfrist AsylG § 74: Klagefrist läuft ab Bescheidzustellung, nicht ab Erstgespräch).
- Dokumentieren, ob Dolmetscher anwesend war und ob dieser selbst Verständlichkeit bestätigt hat.
- Datenschutz-Einwilligung des Mandanten nach Art. 13 DSGVO eingeholt?
Behördenkontakt (Jobcenter, BAMF, Ausländerbehörde)
- Aktenzeichen der Behörde notieren.
- Bei telefonischen Auskünften: Name des Sachbearbeiters, Uhrzeit, Inhalt – wegen späterer Beweisbarkeit.
- Schriftliche Bestätigung mündlicher Auskünfte anfordern (Schreiben / E-Mail als Nachbeweis).
Gerichtskontakt
- Geschäftsnummer des Gerichts notieren.
- Fristen aus dem Beschluss/Urteil sofort in
/rechtsberatungsstelle:fristeneintragen. - Termin für nächste Sitzung festhalten.
Mandantenbrief / Schriftsatz
- Versanddatum und -weg (Brief mit Einschreiben / Fax mit Sendebericht / E-Mail mit Lesebestätigung) notieren.
- Anlagen auflisten.
- Freigabe durch Anleiter vor Versand? → Status "Freigabe erteilt von [Name/Kürzel] am [Datum]".
Ablauf
Schritt 1: Neuer Eintrag oder Abruf?
- Neue Kommunikation dokumentieren → Eingaben abfragen (Datum, Art, Beteiligte, Inhalt, Fristen).
- Bestehendes Log abrufen → Alle Einträge chronologisch ausgeben; Summary der offenen Fristen und nächsten Schritte.
- Log für Semesterübergabe exportieren →
/rechtsberatungsstelle:semester-übergabeaufrufen.
Schritt 2: Fristen prüfen
Nach jedem Eintrag automatisch prüfen:
- Gibt es neue Fristen aus diesem Kontakt?
- Sind bestehende Fristen durch diesen Kontakt beeinflusst (Hemmung, Verlängerung, Verkürzung)?
- Liegt eine kritische Frist innerhalb der nächsten 14 Tage?
Wenn ja: sofortige Benachrichtigung des Anleiters empfehlen.
Schritt 3: Ausgabe
Strukturierter Logeintrag nach obigem Format. Immer mit Verschwiegenheitshinweis. Immer mit offenem Fristenstatus.
Ausgabeformat
Markdown-Tabellen für Fristen. Bullet-Lists für Inhalt. Standardformat wie oben. Kein Fließtext-Protokoll – Bullets und Tabellen sind beim Semesterübergabe-Scan leichter zu lesen.
Jede Ausgabe trägt:
[INTERNES DOKUMENT – Vertraulich nach § 43a BRAO / § 203 StGB. Nicht für Mandanten oder Dritte bestimmt.]
Beispiel
Eintrag 3 – 14.01.2025 14:30
Art: telefonisch Beteiligte: Studierende: AS | Anleiter: – | Mandant: ✓ | Dolmetscher: Hamid Y. (Dari) Gegenüber: Mandant direkt Thema: Besprechung Widerspruchsergebnis Jobcenter – Bescheid vom 10.01.2025 erhalten
Inhalt:
- Mandant hat Bescheid vom Jobcenter Mitte Berlin (Az. 012345/24) am 12.01.2025 erhalten.
- Leistungen für Februar 2025 um 30 % abgesenkt (Sanktionsbescheid § 31a SGB II).
- Mandant versteht Bescheid nicht; Dolmetscher erklärt Inhalt auf Dari.
- Widerspruch soll eingelegt werden.
Ergebnis / Stand: Mandant wünscht Widerspruch. Kopie des Bescheids wird per Post zugesandt. Frist läuft bis 12.02.2025 (1 Monat ab Bekanntgabe, § 84 SGG).
Offene Fristen:
| Frist | Datum | Status |
|---|---|---|
| Widerspruch SGB II § 84 SGG | 12.02.2025 | offen – dringend |
Nächste Schritte:
- Entwurf Widerspruchsschreiben – verantwortlich: AS – bis: 20.01.2025
- Freigabe durch Anleiter – bis: 28.01.2025
- Versand per Einschreiben – bis: 10.02.2025 (Puffer)
Verschwiegenheitshinweis: Dieser Eintrag enthält vertrauliche Mandantendaten (§ 203 StGB, § 43a BRAO). Kein Zugang für Externe.
Risiken / typische Fehler
- Kein Versanddatum notiert: Im Nachhinein nicht mehr beweisbar, ob eine Frist gewahrt wurde. Immer Einschreibebeleg aufbewahren und im Log festhalten.
- Dolmetscher nicht dokumentiert: Bei Sprachbarrieren ist der Nachweis, dass der Mandant den Inhalt verstanden hat, entscheidend (Aufklärungspflicht).
- Offene Fristen nicht weitergegeben: Beim Semesterwechsel sind nicht übergebene Fristen das größte Haftungsrisiko. Das Log ist die Grundlage für
/rechtsberatungsstelle:semester-übergabe. - Personenbezogene Daten unverschlüsselt gespeichert: DSGVO Art. 9 verlangt erhöhten Schutz für Asylstatus, Gesundheitsdaten. Kein Upload in unkonfigurierte Cloud-Systeme ohne Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO).
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