DSGVO-rechtswidriges Produkt
Produkt aus dem Ausland auf DSGVO-Rechtswidrigkeit prüfen: Richter oder Anwalt muss beurteilen ob Smartglasses oder IoT-Produkt DSGVO-konform ist. Normen: Art. 3 DSGVO (räumlicher Anwendungsbereich), Art. 5 Abs. 1 lit. c (Datensparsamkeit), Art. 6 (Rechtsgrundlage), Art. 9 (biometrische Daten), Art. 13-14 (Informationspflichten), Art. 44 ff. (Drittlandtransfer), Art. 22 (automatisierte Entscheidung). Prüfraster: Anwendbarkeit, Rechtsgrundlage, Sonderkateg. Daten, Drittlandtransfer. Output DSGVO-Prüfschema mit Ergebnis und Empfehlung. Abgrenzung: allgemeine DSGVO-Beratung siehe datenschutzrecht-Plugin; DSA siehe dsa-dma-Plugin.
DSGVO-rechtswidriges Produkt
Pruefschema, wenn ein technisches Produkt aus dem Ausland nach DSGVO als rechtswidrig zu bewerten ist und der Kaeufer Rückabwicklung will.
Triage zu Beginn
- Unterliegt das Produkt dem räumlichen Anwendungsbereich der DSGVO (Art. 3 Abs. 1 oder Abs. 2 DSGVO)?
- Welche Kategorien personenbezogener Daten werden verarbeitet — biometrische Daten (Art. 9 DSGVO)?
- Werden Daten in Drittländer übermittelt ohne SCC oder anderen Mechanismus (Art. 44 ff. DSGVO)?
- Hat der Käufer wirksame Einwilligung erteilt oder scheidet Einwilligung aus (Art. 7 DSGVO)?
Aktuelle Rechtsprechung
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- Art. 3 DSGVO — räumlicher Anwendungsbereich (Niederlassungs- und Marktortprinzip)
- Art. 6 DSGVO — Rechtsgrundlagen für Verarbeitung
- Art. 7 DSGVO — wirksame Einwilligung
- Art. 9 DSGVO — besondere Kategorien (biometrische Daten, Gesundheitsdaten)
- Art. 44 ff. DSGVO — Drittlandübermittlung (SCC, Angemessenheitsbeschluss)
- Art. 82 DSGVO — Schadensersatz (materiell und immateriell)
- § 134 BGB — Nichtigkeit bei Verstoß gegen Verbotsgesetz
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Anwendbarkeit DSGVO prüfen (Art. 3): Niederlassungsprinzip oder Marktortprinzip.
- Verarbeitungsarten inventarisieren: Welche Daten werden vom Produkt verarbeitet?
- Rechtsgrundlage prüfen (Art. 6, 7, 9): Für jede Verarbeitungsart.
- Drittlandübermittlung (Art. 44 ff.): SCC vorhanden? Angemessenheitsbeschluss?
- Privatrechtliche Konsequenzen: Nichtigkeit § 134 BGB? Sachmangel § 434 BGB? CISG Art. 35?
- Schadensersatz (Art. 82 DSGVO): Materiell und immateriell — konkreten Schaden darlegen.
Output-Template
Adressat: Entscheidungsgründe — Tonfall: sachlich-juristisch
## DSGVO-Prüfung
**Anwendbarkeit Art. 3 DSGVO:** Ja, weil [Niederlassungsprinzip / Marktortprinzip: Produkt
richtet sich an Personen in der EU].
**Verarbeitungsarten:** [Produkt X] verarbeitet [DATENART, z.B. biometrische Daten nach Art. 9 DSGVO].
**Rechtsgrundlage Art. 6 DSGVO:** Keine wirksame Rechtsgrundlage, weil [BEGRÜNDUNG].
**Folge:** [Sachmangel § 434 BGB / Nichtigkeit § 134 BGB / Schadensersatz Art. 82 DSGVO].
Pruefstationen
A - Anwendbarkeit der DSGVO
- Art. 3 Abs. 1 DSGVO: Niederlassungsprinzip
- Art. 3 Abs. 2 DSGVO: Marktortprinzip - Anbieten von Waren oder Dienstleistungen an Personen in der Union ODER Verhaltensbeobachtung in der Union
- DSGVO ist Eingriffsnorm im Sinne Art. 9 Rom-I (deutsche Gerichte wenden sie auch dann an, wenn das Vertragsstatut ausländisch ist)
B - Verstöße prüfen
- Art. 5 Abs. 1 DSGVO - Grundsätze (Rechtmäßigkeit, Treu und Glauben, Transparenz, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung, Integritaet, Rechenschaftspflicht)
- Art. 6 DSGVO - Rechtsgrundlage
- Art. 7 DSGVO - Einwilligung (informiert, freiwillig, widerrufbar)
- Art. 9 DSGVO - besondere Kategorien (Gesundheits-, biometrische Daten)
- Art. 13 und 14 DSGVO - Informationspflichten
- Art. 22 DSGVO - automatisierte Entscheidung im Einzelfall
- Art. 25 DSGVO - privacy by design und by default
- Art. 32 DSGVO - Sicherheit der Verarbeitung
- Art. 44 ff DSGVO - Datenübermittlung in Drittlaender
C - Folgen für den Privatrechtsstreit
- Verstoß gegen ein Verbotsgesetz (Art. 6 DSGVO i. V. m. nationaler Norm)? -> Nichtigkeit nach Paragraf 134 BGB?
- Sachmangel im Sinne Paragraf 434 BGB i. V. m. Art. 6 ProduktsicherheitsVO 2023?
- Mangel im Sinne Art. 35 CISG (Vertragsmaessigkeit)?
Smartglasses und Wearables - typische Verstöße
- heimliche Aufzeichnung Dritter ohne deren Wissen (Verletzung Persönlichkeitsrecht aller in der Umgebung)
- Live-Streaming der Kameraperspektive ohne Hinweis-LED
- Gesichtserkennung in Echtzeit
- Datenübertragung in Drittlaender ohne SCC oder anderen Mechanismus
Im Urteil
Im Tatbestand auf das Gutachten verweisen. In den Entscheidungsgründen konkret die verletzten DSGVO-Artikel benennen und subsumieren.
<!-- AUDIT 27.05.2026 --> <!-- BGH VI ZR 39/20 (claimed: DSGVO-Versto\u00dfe Schadensersatz Art. 82, NJW 2021, 3041): NOT_FOUND auf dejure.org. NJW 2021, 3041 gehoert zu BGH VI ZR 40/20 (VW-Abgasskandal §826 BGB) – thematisch unverwandt. Eintrag geloescht. DSGVO-Schadensersatz wird durch bereits vorhandene EuGH-Zitate C-300/21 und C-340/21 abgedeckt. -->
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