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Mandat-Triage Wandeldarlehen – Erstgespräch

Wandeldarlehensmandat einordnen Verfahrensroute bestimmen und erste Prioritaeten setzen. §§ 488 ff. BGB §§ 53 55 GmbHG. Prüfraster: Vertragstyp SAFE Convertible Note Laufzeit Wandlungsereignisse offene Punkte. Output: Mandatssteckbrief Routen-Empfehlung Datenliste. Abgrenzung: Triage und Einstieg; Detailarbeit in Spezialist-Skills.

ID: 085eb840-9e7d-405f-ab1e-a625e3b4619c Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-15
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Mandat-Triage Wandeldarlehen – Erstgespräch

Zweck

Dieser Skill strukturiert das erste Gespräch mit dem Mandanten über ein beabsichtigtes Wandeldarlehen. Er klärt die wesentlichen Rahmenbedingungen (Rechtsform, Parteien, Konditionen, Wandelereignisse, Formalien), erstellt einen Mandatssteckbrief und empfiehlt den nächsten Workflow-Schritt. Phase A des Lebenszyklus.

Eingaben

  • Rechtsform der Gesellschaft: GmbH oder UG (haftungsbeschränkt)
  • Firmenname, HRB-Nummer, Amtsgericht, Sitz
  • Namen und Rollen der Gesellschafterinnen (Anzahl, Anteile)
  • Name und Rechtsform des Darlehensgebers (Privatperson oder juristische Person)
  • Beabsichtigter Darlehensbetrag (EUR) und Laufzeit
  • Zinssatz (Standard fünf Prozent p.a.)
  • Gewünschte Wandelereignisse (Qualified Financing, Exit, Maturity)
  • Sprachen-Stack: bilingual DE/EN oder nur DE
  • Vorhandener Gesellschafterbeschluss zur grundsätzlichen Kapitalerhöhungsbereitschaft: ja/nein
  • Zeitdruck / gewünschtes Unterzeichnungsdatum

Rechtlicher Rahmen

Primärnormen

  • § 488 BGB (Darlehensvertrag)
  • § 1 GmbHG (Rechtsform GmbH), § 5a GmbHG (UG haftungsbeschränkt)
  • § 15 Abs. 3, Abs. 4 GmbHG (Anteilsübertragung, Form)
  • § 55 ff. GmbHG (Kapitalerhöhung)
  • § 126b BGB (Textform)

Rechtsprechung

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Vorgehen

1. Rechtsform und Register prüfen

Klären: GmbH oder UG? Bei UG Mindestkapital EUR 1 (§ 5a GmbHG), Thesaurierungspflicht (§ 5a Abs. 3 GmbHG) ansprechen. HRB und Amtsgericht notieren.

2. Parteien und Vertretungsmacht erfassen

Gesellschaft: Geschäftsführung alleinvertretungsberechtigt oder Gesamtvertretung? Gesellschafterinnen: Zahl, Anteilsverhältnis, Privatpersonen oder juristische Personen? Darlehensgeber: Privatperson oder GmbH/KG – wer vertritt?

3. Wandelereignisse klären

Qualifizierte Finanzierungsrunde: Schwellenwerte Bewertung und Investitionsvolumen bereits bekannt? Exit-Trigger (Share Deal >50%, Asset Deal, IPO, Fusion)? Maturity mit Fall-back-Bewertung: Betrag schon vorstellbar?

4. Formfragen vorab

Sprachen-Stack: bilingual oder nur DE? DocuSign-Unterzeichnung akzeptiert? Notarielle Beurkundung gewünscht oder nur Textform?

5. Mandatssteckbrief erstellen

Strukturierte Zusammenfassung aller erfassten Punkte; offene Lücken markieren; Skill-Empfehlung ausgeben.

6. Nächsten Skill empfehlen

Empfehlung: parteien-erfassen für vollständige KYC-Daten, dann darlehenshoehe-konditionen.

Beispiel-Mandatssteckbrief

Feld Inhalt
Gesellschaft Sonnenglas Solartechnologie UG (haftungsbeschränkt), HRB 123456, AG Berlin
Stammkapital EUR 1000, 100 Anteile à EUR 1 Nennwert
Gesellschafterinnen Dr. Mira Schöneck 40 Anteile, Lina Habersaat 35 Anteile, Treasury 25 Anteile
Darlehensgeber Northstar Pre-Seed Partners GmbH & Co. KG
Betrag EUR 250000
Laufzeit 2 Jahre feste Laufzeit
Zinssatz fünf Prozent p.a. (act/360)
Cap EUR 4000000 Pre-Money
Discount zwanzig Prozent
Sprache bilingual DE/EN
Unterzeichnung DocuSign (Textform § 126b BGB)
Gesellschafterbeschluss noch nicht gefasst

Risiken und Red Flags

Konstellation Rot Orange Grün
Wandelereignis schon eingetreten Nachträgliche Vereinbarung problematisch Wandelereignis kurz bevorstehend Wandelereignis weit in Zukunft
Keine Fall-back-Bewertung vereinbart Maturity-Wandlung unklar Bewertung grob geschätzt Bewertung durch TS belegt
Gesellschafterbeschluss fehlt Mitwirkungspflicht § 5 ungesichert Beschluss in Planung Beschluss liegt vor
Mehrere parallele Wandeldarlehen MFN und Stack unklar Nur ein weiteres WD Keine weiteren WD

Querverweise

  • wandeldarlehen-lebenszyklus/skills/parteien-erfassen/SKILL.md
  • wandeldarlehen-lebenszyklus/skills/darlehenshoehe-konditionen/SKILL.md
  • wandeldarlehen-lebenszyklus/skills/wandlungsmechanik-konzipieren/SKILL.md
  • wandeldarlehen-lebenszyklus/skills/beurkundungserfordernis-pruefung/SKILL.md

Quellen und Updates

Stand: 05/2026.

  • GmbHG: https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/
  • §§ 488 ff. BGB (Darlehen): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html
  • § 55 GmbHG (Kapitalerhoehungsbeschluss): https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__55.html
  • § 56 GmbHG (Sacheinlage): https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__56.html
  • § 39 InsO (Nachraenge): https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__39.html
  • §§ 135, 143 InsO (Gesellschafterdarlehen, Anfechtung): https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__135.html
  • § 15a InsO (Insolvenzantragspflicht): https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html
  • § 19 IV GmbHG (Erleichterung Aufrechnung Stammeinlage gegen Gesellschafterforderung — Hinweis: § 19 IV GmbHG i.d.F. MoMiG 2008 weiterhin maßgeblich; DiRUG/DiREG haben Form (Online-Beurkundung) modifiziert, materielle Aufrechnungsregel unveraendert): https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__19.html
  • DiRUG (BGBl. I 2021, 3338; in Kraft Bargruendung 01.08.2022): https://www.gesetze-im-internet.de/beurkg/__16a.html
  • DiREG (in Kraft 01.08.2023; Online-Beurkundung Kapitalerhoehung/Satzungsaenderung bei einstimmigem Beschluss): https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/0729_DIREG_DIRUG.html
  • StaRUG (SanInsFoG, BGBl. I 2020, 3256; in Kraft 01.01.2021): https://www.gesetze-im-internet.de/starug/
  • § 15b InsO (rechtsformneutrales Zahlungsverbot): https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15b.html
  • Bei Aenderung GmbHG/UmwStG aktualisieren.

Vertiefung — Aktuelle Rechtsprechung

Leitsatz-Zitate

Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Normen-Ergänzung

§§ 488 ff. BGB (Darlehen) → §§ 55, 56 GmbHG (Kapitalerhöhung, Sacheinlage) → § 39 InsO (Nachrangige Forderungen, Gesellschafterdarlehen) → §§ 135, 143 InsO (Anfechtung, Rückzahlung) → § 40 GmbHG (Gesellschafterliste) → § 15a InsO (Insolvenzantragspflicht)

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