Vorsatzanfechtung § 133 InsO
Workflow-Skill zu vorsatzanfechtung 133 inso. Nutzt Normtext, Nutzerangaben und verifizierte Quellen; Rechtsprechung nur nach Live-Pruefung mit Gericht, Datum und Aktenzeichen.
Vorsatzanfechtung § 133 InsO
Zweck
Die Vorsatzanfechtung ist die häufigste und längste Anfechtungs-Art. Mandanten oft als Anfechtungs-Gegner — Lieferanten, Banken, Berater. Dieses Skill bedient Verteidigung und Anfechtungs-Geltendmachung.
Eingaben
- Konstellation (Mandant Anfechtungs-Gegner oder Insolvenz-Verwalter?)
- Rechtsgeschäft / Zahlung mit Daten
- Zeit-Punkt Insolvenz-Ereignis
- Kenntnisstand Vertragspartner zum Tatzeitpunkt
- Sanierungs-Bezug der Transaktion
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Schritt 1 — Tatbestand § 133 Abs. 1 InsO
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
Voraussetzungen
a) Rechts-Handlung des Schuldners innerhalb der maßgeblichen Anfechtungs-Frist (4 oder 10 Jahre — siehe unten) vor Antrag
b) Vorsatz Schuldner zur Gläubiger-Benachteiligung
c) Kenntnis Vertragspartner des Vorsatzes
Frist-Spezifikation (seit Anfechtungsreform 5.4.2017, in Kraft 5.4.2017)
ZUERST PRÜFEN: Welcher Tatbestand?
- 4 Jahre — § 133 Abs. 2 InsO: Deckungs- oder Befriedigungs-Handlungen, die dem Gläubiger kongruent eine Sicherung oder Befriedigung gewährt haben (z.B. Fälligkeits-Zahlung Lieferant, planmäßige Tilgung Bank-Kredit, vertraglich vereinbarte Sicherheits-Bestellung)
- 10 Jahre — § 133 Abs. 1 InsO: alle anderen Rechts-Handlungen mit Gläubiger-Benachteiligungs-Vorsatz, insbesondere Vermögens-Verschiebungen (Schenkungen, Verkauf unter Wert, Übertragung auf nahe-stehende Personen, inkongruente Deckungen, Vermögens-Ausgliederungen)
- Vor 5.4.2017 — einheitlich 10 Jahre für alle Tatbestände (Alt-Fälle, nur noch in extrem alten Verfahren relevant)
- Unentgeltliche Leistungen — separater Tatbestand § 134 InsO (4 Jahre)
Praktische Erst-Sortierung
| Sachverhalt | Frist | Norm |
|---|---|---|
| Kongruente Fälligkeits-Zahlung | 4 Jahre | § 133 Abs. 2 |
| Vorzeitige Tilgung (inkongruent) | 10 Jahre | § 133 Abs. 1 |
| Verkauf unter Wert an Dritte | 10 Jahre | § 133 Abs. 1 |
| Übertragung auf Familie | 10 Jahre | § 133 Abs. 1 (+ § 138) |
| Schenkung | 4 Jahre | § 134 InsO |
| Bestellung Sicherheit nach Schuldgrund | 10 Jahre | § 133 Abs. 1 (inkongruent) |
Beweislast Insolvenz-Verwalter
- Schuldner-Vorsatz und Gläubiger-Kenntnis darzulegen
- Indizien-Beweis zentral
- Bei § 133 Abs. 2 (4-Jahres-Frist) zusätzliche Kenntnis-Vermutung: nur wenn Gläubiger drohende Zahlungs-Unfähigkeit kannte
Schritt 2 — Vorsatz des Schuldners
Subjektive Voraussetzung
- Bewusstsein der Gläubiger-Benachteiligung
- Wenigstens billigende Inkaufnahme dolus eventualis
- Nicht erforderlich: Schädigungs-Absicht direkt
Neuausrichtung der Vorsatzanfechtung (BGH-Linie seit 2021)
Seit der Grundsatzentscheidung BGH IX ZR 72/20 vom 06.05.2021 verfolgt der IX. Zivilsenat eine deutlich anfechtungsfreundliche Restriktion bei kongruenten Deckungen. Bestätigt und konkretisiert durch:
- BGH IX ZR 129/22 vom 18.04.2024: Aus der bloßen objektiv festgestellten Zahlungsunfähigkeit darf nicht ohne weiteres auf einen Gläubigerbenachteiligungsvorsatz geschlossen werden. Maßgeblich ist, ob der Schuldner wusste oder zumindest billigend in Kauf nahm, dass er andere Gläubiger zu späterer Zeit nicht vollständig befriedigen kann. Bei Liquiditätsbehauptungen des Verwalters kann ein einfaches Bestreiten des außenstehenden Anfechtungsgegners genügen. Quelle: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.04.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+129/22
- BGH IX ZR 239/22 vom 18.04.2024 (Schwesterentscheidung zu § 135 InsO Gesellschafterdarlehen): Verschärfung der Anforderungen an die Anfechtung wegen gesellschafterähnlicher Stellung. Quelle: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.04.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+239/22
Typische Indizien des Vorsatzes (vor Ausgabe einzeln verifizieren):
- Zahlungs-Unfähigkeit zum Handlungs-Zeitpunkt (Liquiditätsstatus konkret darlegen, IX ZR 129/22)
- Drohende Zahlungs-Unfähigkeit mit Bewusstsein
- Vorzugs-Behandlung einzelner Gläubiger
- Inkongruente Leistungs-Bedingungen
Reform 2017 Modifikation
- 4-Jahres-Frist für kongruente Deckungs- und Befriedigungs-Handlungen (§ 133 Abs. 2 InsO)
- Kenntnis der drohenden Zahlungs-Unfähigkeit allein nicht mehr ausreichend für die Vorsatz-Vermutung bei kongruenter Leistung — bestätigt durch BGH IX ZR 129/22 (18.04.2024)
Schritt 3 — Kenntnis Vertragspartner
Subjektive Voraussetzung
- Kenntnis des Vorsatzes Schuldner
- Beweis-Erleichterung wenn drohende Zahlungs-Unfähigkeit bekannt § 133 Abs. 1 Satz 2 InsO
Indizien BGH-Linie
- Mahnungen durch andere Gläubiger
- Zwangs-Vollstreckungs-Aktivität
- Bekannte Sanierungs-Bemühungen
- Bei Banken Konto-Über-ziehungs-Vermerke
- Bei Lieferanten Vorkasse-Anforderung
Kenntnis nach BGH-Linie (vor Ausgabe konkretes Az. prüfen):
- Bei drohender Zahlungs-Unfähigkeit indiziert die Kenntnis des Gläubigers den Vorsatz
- Nach BGH IX ZR 129/22 vom 18.04.2024 reicht bloße Kenntnis der Liquiditätsunterdeckung nicht ohne konkrete Indizien für die Erwartung dauerhafter Unterdeckung
Schritt 4 — Bargeschäfts-Privileg § 142 InsO
Voraussetzungen
- Unmittelbarer Leistungs-Austausch zwischen Schuldner und Gläubiger
- Gleichwertige Gegenleistung
- Innerhalb 30 Tage (keine starre Grenze; Bewertung des engen zeitlichen Zusammenhangs)
- Im üblichen Geschäfts-Verlauf
Wirkung
- Anfechtungs-Schutz auch bei § 133 InsO
- Ausnahme nach § 142 Abs. 1 Hs. 2 InsO (Fassung seit 2017): Bei Vorliegen der Voraussetzungen der Vorsatzanfechtung gilt das Privileg nur, wenn der Schuldner unlauter handelte und der andere Teil dies erkannte.
Unlauterkeit nach BGH IX ZR 122/23 vom 05.12.2024
Der IX. Zivilsenat hat erstmals höchstrichterlich präzisiert, wann der Schuldner bei einem Bargeschäft unlauter iSd § 142 Abs. 1 Hs. 2 InsO handelt:
- Unlauterkeit erfordert, dass es bei der Transaktion weniger um die Abwicklung eines Bargeschäfts als vielmehr um gezielt schädigendes Verhalten gegenüber den übrigen Gläubigern geht.
- Das Bargeschäft muss zusätzlich zu den Voraussetzungen der Vorsatzanfechtung zu einer gezielten Benachteiligung anderer Gläubiger führen oder den Empfänger gegenüber anderen gezielt bevorzugen.
- Allein dauerhafte Verlustsituation des Schuldners genügt nicht für die Annahme der Unlauterkeit.
- Bei Lohnzahlungen lehnt der Senat eine generelle Anbindung an die 30-Tage-Grenze ab und stellt auf den engen zeitlichen Zusammenhang ab.
Quelle: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.12.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+122/23; https://www.osborneclarke.com/de/insights/bgh-zum-merkmal-der-unlauterkeit-im-rahmen-des-bargeschaeftsprivilegs
Praxisfolge (Verteidigung): Der Anfechtungsgegner kann sich auf das Bargeschäft berufen, wenn die Transaktion betriebsüblich, gleichwertig und unmittelbar war; der Insolvenzverwalter muss die Unlauterkeit konkret darlegen.
Beispiel
Lieferant verkauft Waren an Schuldner zum Markt-Preis.
Schuldner zahlt sofort bei Lieferung.
→ Bargeschäft § 142 InsO
→ Vorsatzanfechtung scheitert,
außer der Verwalter weist die Unlauterkeit nach BGH IX ZR 122/23
positiv nach.
Schritt 5 — Sanierungs-Bemühungen als Verteidigung
Ein belastbares Sanierungskonzept (IDW S 6) mit überwiegender Erfolgsaussicht kann den Vorsatz iSd § 133 Abs. 1 InsO entkräften. Anforderungen nach BGH-Linie (vor Ausgabe konkrete Entscheidung über offene Quelle prüfen):
- Sanierungs-Konzept mit Aussicht auf Erfolg schließt Vorsatz aus
- Mindeststandard IDW S 6
- Konkrete Maßnahmen
- Quantifizierte Erfolgs-Wahrscheinlichkeit
Konkrete Anforderungen
- Sanierungs-Gutachten schriftlich
- Realistische Annahmen
- Mitwirkung Hauptgläubiger (z.B. Bank Stundung)
- Zeit-Plan
Bei Lieferanten / Banken
- Aufnahme in Sanierungs-Konzept
- Bewusstsein der Sanierungs-Maßnahmen
- Vergleichs-/Stundungs-Vereinbarung als Sanierungs-Bestandteil
Schritt 6 — Treuhand-Konstellation
Treuhand-Sicherheit
- Bei treuhänderischer Sicherheits-Konstellation
- Anfechtungs-festigkeit setzt wirksame Treuhand (offene Treuhand, Bestimmtheit, Aussonderungsrecht) voraus
- Konkrete BGH-Linie (insb. zur Doppeltreuhand) über dejure.org/openjur.de verifizieren
Sicherheits-Treuhand
- Sicherheits-Übereignung Sicherheits-Abtretung
- Bei gleichwertiger Gegen-Sicherheit
- Anfechtungs-Schutz möglich
Schritt 7 — Praktische Konstellationen
Konstellation A — Lieferant erhält späte Zahlung
- Lieferant in Vorkasse-Konstellation
- Schuldner zahlt mit Verzögerung
- Bei Insolvenz-Eröffnung — Anfechtung möglich
- Verteidigung: Bargeschäft + üblicher Verlauf
Konstellation B — Bank erhält Tilgungs-Zahlung
- Bei drohender Insolvenz Schuldner zahlt Bank-Kredit
- Inkongruent: vor Fälligkeit
- Konkrete BGH-Rechtsprechung zur Bankenanfechtung (insb. Konto-Überziehungs-Indizien) über dejure.org verifizieren
- Verteidigung: Bei Fälligkeit kongruente Deckung; Bargeschäft nur bei unmittelbarem Austausch; BGH IX ZR 122/23 (05.12.2024) zur Unlauterkeitsprüfung beachten
Konstellation C — Berater erhält Honorar
- Anwalt / Steuer-Berater erhalten Vor-Honorar
- Bei Krise sensitiv
- Verteidigung: Bargeschäft mit klarer Leistungs-Zuordnung
Konstellation D — Familien-Mitglieder erhalten Zahlungen
- Bei nahe-stehenden Personen § 138 InsO
- Vermutung Kenntnis zur Last des Anfechtungs-Gegners
- Schwere Verteidigung
Konstellation E — Sanierungs-Beratung wird honoriert
- Honorar für Sanierungs-Versuch
- Konkrete BGH-Linie zum Sanierungsberater-Honorar (Bargeschäft, IDW S 6) über offene Quelle verifizieren
- Verteidigung: Beratungs-Erfolg-Aussicht IDW S 6; bei Beraterleistungen häufig Bargeschäft, sofern unmittelbarer Leistungs-Austausch dokumentiert
Schritt 8 — Inkongruenz und Kongruenz
§ 130 InsO Kongruente Deckung
- Bei Fälligkeit
- In den letzten 3 Monaten
- Mit Kenntnis Zahlungs-Unfähigkeit
§ 131 InsO Inkongruente Deckung
- Vor Fälligkeit oder anders als geschuldet
- In den letzten 3 Monaten ohne Kenntnis-Anforderung
- Im 4. bis 6. Monat mit Kenntnis-Anforderung
Abgrenzung § 133 InsO
- § 133 Abs. 1 — 10 Jahre Rückblick, Vermögens-Verschiebungs- und Inkongruenz-Tatbestände
- § 133 Abs. 2 — 4 Jahre Rückblick, kongruente Deckungs-/Befriedigungs-Handlungen
- Beide strenger als §§ 130/131: Vorsatz erforderlich, dafür deutlich längere Frist
- § 133 plus § 130/131 parallel möglich — Insolvenz-Verwalter wählt stärkste Norm
Strategie Insolvenz-Verwalter
- Bei Zeitfenster überlappen alle drei prüfen
- Stärkste Anfechtungs-Norm verwenden
Schritt 9 — Verfahrens-Aspekte
Anfechtungs-Klage Insolvenz-Verwalter
- Gegen Anfechtungs-Gegner
- Klage am Insolvenz-Gericht oder AG/LG je Streitwert
- Forderungs-Inhalt: Rückgewähr Bereicherungs-Recht
Verjährung Anfechtungs-Anspruch
- Drei Jahre seit Insolvenz-Eröffnung § 146 InsO
- Beweis-Sicherung wichtig
Vergleich
- Häufig vor Klage
- Vergleichs-Quote 30-70 Prozent der Anfechtungs-Forderung
Schritt 10 — Verteidigungs-Strategie Anfechtungs-Gegner
Schritt 10a — Beweis-Lücke
- Vorsatz Schuldner bestritten
- Kenntnis bestritten
- Indizien entkräften
Schritt 10b — Bargeschäft-Argument
- Leistungs-Austausch dokumentieren
- 30-Tage-Frist nachweisen
- Gleichwertigkeit darstellen
Schritt 10c — Sanierungs-Bezug
- Sanierungs-Konzept-Beweis
- Konkrete Maßnahmen-Dokumentation
- Erfolgs-Wahrscheinlichkeit Sachverständigen-Gutachten
Schritt 10d — Treuhand / Sicherheit
- Vertraglich klar dokumentiert
- Wirksamkeit prüfen
Schritt 10e — Verfahrensrechtliche Punkte
- Verjährungs-Einwand
- Beweislast-Verteilung
- Hilfs-Beweisanträge
Schritt 10f — Vergleichs-Verhandlung
- Bei schwacher Position
- Bei Streit-Wert-Reduktion sinnvoll
- Quoten-Verhandlung
Schritt 11 — Versicherungs-Schutz
Berufs-Haftpflicht
- Bei Anwalts-Anfechtungen
- Bei Berater-Anfechtungen
- Vor Klage Versicherer informieren
D&O-Versicherung
- Geschäftsführer als Anfechtungs-Beteiligter
- Bei verdacht "selbst-Bedienung"
Schritt 12 — Praktische Tipps Schuldner-Verteidigung
Dokumentations-Standards
- Sanierungs-Konzept zeitnah erstellen
- IDW S 6 Mindest-Standard
- Mit Gläubiger-Kommunikation dokumentieren
- Zahlungs-Anlässe dokumentieren
Compliance
- Bei Krise vorzeitig Anwaltsberatung
- Skill
mandat-triage-insolvenzrecht - Sanierungsmoderation § 94 StaRUG erwägen
Bei Anfechtungs-Forderung
- Sofort Beweis-Sammlung
- Akten der Gegenseite einsehen
- Sachverständigen-Vorabbewertung
Verzahnung mit anderen Skills
mandat-triage-insolvenzrecht— Einstieganfechtungsrechte-pruefen— andere Anfechtungs-Tatbeständesanierungsmoderation-94-starug— Sanierungs-Anschlussdo-versicherung-manager-haftung— Geschäftsführer-Schutzliquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich— Zahlungs-Unfähigkeits-Prüfungkonzerninsolvenz-koordination— Inter-Company-Anfechtung
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Vorsatzanfechtung § 133 InsO pruefen und Anfechtungsschreiben erstellen | Anfechtungsschreiben nach Pruefschema; Template unten |
| Variante A — Anfechtungsfrist 10 Jahre abgelaufen | Andere Anfechtungsgrundlagen pruefen §§ 129 ff InsO |
| Variante B — Anfektungsgegner zahlungsunfaehig | Wirtschaftlichkeitspruefung der Anfechtung; ggf. verzichten |
| Variante C — Glaeubigeranfechtung nach AnfG ausserhalb Insolvenz | AnfG als Alternative wenn Insolvenz noch nicht eroeffnet |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Ausgabe
vorsatzanfechtung-{az}.mdmit Sachverhalts-Klassifikation Tatbestands-Prüfung Verteidigungs-Strategie- Beweis-Inventar
- Sachverständigen-Auftrag
- Vergleichs-Strategie
- Klage-/Antwort-Schriftsatz
- Frist im Fristenbuch (Verjährung drei Jahre)
Quellen
- InsO §§ 129 130 131 132 133 138 142 143 146
- BGH IX ZR 122/23 vom 05.12.2024 — Unlauterkeit beim Bargeschäft § 142 InsO https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.12.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+122/23
- BGH IX ZR 129/22 vom 18.04.2024 — Neuausrichtung Vorsatzanfechtung § 133 InsO https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.04.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+129/22
- BGH IX ZR 239/22 vom 18.04.2024 — Anfechtung wegen gesellschafterähnlicher Stellung https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.04.2024&Aktenzeichen=IX+ZR+239/22
- Ältere Linie (BGH IX ZR 72/20 vom 06.05.2021 — Grundsatzentscheidung Neuausrichtung) und § 138-Konstellationen vor Ausgabe über dejure.org/openjur.de verifizieren.
- IDW S 6 (Sanierungskonzept)
- Literatur und Kommentarstellen nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Output-Template Anfechtungsschreiben § 133 InsO
Adressat: Anfechtungsgegner — Tonfall: scharf-fristsetzend
[KANZLEI] [DATUM]
Insolvenzverfahren [FIRMA]
Amtsgericht [ORT], Az. [XX IN YY/ZZ]
Insolvenzanfechtung nach § 133 Abs. 1 InsO
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin als Insolvenzverwalter im obengenannten Verfahren bestellt.
Hiermit fechte ich folgende Zahlungen nach § 133 Abs. 1 InsO an:
Datum Betrag Verwendungszweck
[DATUM] EUR [BETRAG] [ZWECK]
[...]
Begruendung Benachteiligungsvorsatz:
Die Schuldnerin war zum Zeitpunkt der Zahlungen zahlungsunfaehig. Dies ergibt sich aus:
[Konkrete Bedrohungslage: Ratenzahlungsangebote, Mahnungen, Vollstreckungen, Zahlungseinstellungen]
Begruendung Kenntnis des Anfechtungsgegners:
[Indizien: Stundungsanfragen, Mahnstufen, Kenntnis ZU-Anzeichen]
Ich fordere Sie auf, den Gesamtbetrag von EUR [BETRAG] zzgl. Zinsen
(§ 143 Abs. 1 i.V.m. § 819 BGB) bis zum [DATUM, 14 Tage] auf das
Massekonto [IBAN] zurueckzuueberweisen.
Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist werde ich Klage erheben.
[UNTERSCHRIFT INSOLVENZVERWALTER]
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ): Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen fuer ein klaerenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng): Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
Quellenregel
Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff. Rechtsprechung aus offenen Quellen (dejure.org, openjur.de, bundesgerichtshof.de) mit Gericht, Datum, Aktenzeichen, Randnummer.
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