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Mandatsarbeitsbereich

Digitaler Arbeitsbereich für Prozessmandate: Dokumentenablage, Aufgabenverteilung, Fristentracking. Normen: ZPO, BRAO. Prüfraster: Dokumentenstruktur, Aufgabenliste, Fristverwaltung. Output: Mandats-Arbeitsbereich-Struktur. Abgrenzung: nicht Kanzlei-Builder-Hub-Skill.

ID: de.litigation.prozessrecht-mandat-arbeitsbereich Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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Mandatsarbeitsbereich

Zweck

Anwälte mit mehreren Mandanten und Verfahren arbeiten parallel an verschiedenen Prozessmandaten. Ein Mandatsarbeitsbereich hält den Kontext eines Mandats strikt von allen anderen getrennt. Dieser Skill verwaltet diese Arbeitsbereiche. Lädt bei Anfragen zur Mandatsverwaltung: Anlegen, Auflisten, Wechseln, Schließen und Archivieren von Prozessmandaten.

Standardzustand ist deaktiviert für Syndikusrechtsanwälte (§ 46 BRAO) und Einmandat-Kanzleien. Für diese läuft das Plugin automatisch auf Kanzleiebene. Ist Aktiviert: ✗ in der Kanzleikonfiguration, erklärt dieser Skill den deaktivierten Zustand und schlägt eine Neukonfiguration vor.

Eingaben

  • Unterbefehl (erforderlich): neu, liste, wechseln, schließen oder keins
  • Mandatsbezeichnung (Slug): Kleinschreibung mit Bindestrichen (z. B. schmidt-gmbh-berufung-2025)
  • Mandantendaten (bei neu): Mandant, Gegenseite, Mandatstyp, Vertraulichkeitsstufe, Sachverhalt, mandatsspezifische Abweichungen vom Kanzleistandard, verwandte Mandate

Rechtlicher Rahmen

Kernvorschriften

  • § 43a Abs. 2 BRAO — Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwalts; absolute Mandandenvertraulichkeit; keine Datenweitergabe zwischen Mandaten ohne Einwilligung.
  • § 50 BRAO — Handakten des Rechtsanwalts; Aufbewahrungspflicht von mindestens fünf Jahren nach Mandatsende (§ 50 Abs. 2 BRAO).
  • § 3 BORA — Mandatsniederlegung; die Aktenführungspflicht bleibt bis zur ordnungsgemäßen Übergabe bestehen.
  • § 45 BRAO — Tätigkeitsverbote bei Interessenkonflikten; vor Mandatsanlage ist die Konfliktkontrolle unerlässlich.
  • § 2 Abs. 1 DSGVO i.V.m. § 1 BDSG — Personenbezogene Daten in Mandatsakten unterliegen dem Datenschutzrecht; organisatorische Trennung ist technisch-organisatorische Maßnahme i.S.d. Art. 32 DSGVO.

Leitentscheidungen

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Ablauf

Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.

Schritt 1: Konfiguration prüfen

Lies CLAUDE.md → Abschnitt ## Mandatsarbeitsbereiche. Ist Aktiviert: ✗:

"Mandatsarbeitsbereiche sind deaktiviert — die Kanzlei ist als Einmandat-Kanzlei (z. B. Syndikusrechtsanwalt nach § 46 BRAO) konfiguriert und arbeitet automatisch auf Kanzleiebene. Falls tatsächlich mehrere Mandate geführt werden, bitte /prozessrecht:prozessrecht-kaltstart-interview --neu ausführen und eine Mehrmandat-Kanzlei auswählen. Andernfalls wird /mandat-arbeitsbereich nicht benötigt."

Schritt 2: Unterbefehl ausführen

neu <slug>
  1. Prüfen, ob der Slug noch nicht in mandate/<slug>/ oder mandate/_archiviert/<slug>/ existiert. Bei Kollision: anderen Slug wählen lassen.
  2. Aufnahmeinterview:
    • Mandant (zu vertretende Partei oder interne Abteilung bei Syndikusanwalt)
    • Gegenseite (eine oder mehrere)
    • Mandatstyp: Zivilstreitigkeit | Arbeitsrechtssache | Verwaltungsverfahren | Strafverteidigung | Steuerrechtsstreit (FGO) | Sozialrechtsstreit (SGG) | IP-Streit | sonstiges
    • Vertraulichkeitsstufe: Standard | erhöht | Clean-Team
    • Sachverhalt (2–5 Sätze: Gegenstand, Beteiligte, Streitwert/Risiko, Besonderheiten)
    • Mandatsspezifische Abweichungen vom Kanzleistandard (z. B. "Mandant verlangt wöchentliche Statusberichte", "Gegenseite ist Geschäftspartner — deeskalierender Ton")
    • Verwandte Mandate (Slugs verbundener Sachen)
  3. mandate/<slug>/akte.md nach Vorlage unten schreiben.
  4. mandate/<slug>/verlauf.md mit Eröffnungseintrag seeden.
  5. Leere mandate/<slug>/notizen.md anlegen.
  6. Nicht automatisch wechseln — fragen: "Soll auf <slug> gewechselt werden? (/prozessrecht:prozessrecht-mandat-arbeitsbereich wechseln <slug>)"
liste

mandate/*/akte.md auflisten. Tabelle ausgeben:

Slug Mandant Mandatstyp Status Eröffnet Aktiv

Aktives Mandat mit * markieren. Archivierte Mandate unter separater Überschrift "Archiviert".

wechseln <slug>
  1. Bestätigen, dass mandate/<slug>/akte.md existiert.
  2. Aktives Mandat:-Zeile in der Kanzlei-CLAUDE.md auf <slug> setzen.
  3. Zusammenfassung der akte.md anzeigen zur Bestätigung.
schließen <slug>
  1. Bestätigen, dass mandate/<slug>/ existiert.
  2. Eintrag "Mandat abgeschlossen" in mandate/<slug>/verlauf.md mit heutigem Datum anhängen.
  3. mandate/<slug>/ nach mandate/_archiviert/<slug>/ verschieben (nicht löschen — § 50 Abs. 2 BRAO).
  4. War das geschlossene Mandat das aktive, Aktives Mandat: auf keins — nur Kanzleiebene setzen.
keins

Aktives Mandat: in der Kanzlei-CLAUDE.md auf keins — nur Kanzleiebene setzen. Bestätigung anzeigen.

Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)

Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.

Konstellation Empfohlener Weg
Standard — Prozessrechtlichen Mandats-Workspace aufbauen Arbeitsbereich nach Schema; Template unten
Variante A — Mandat nur beratend kein Klageauftrag Beratungsmandat; Prozess-Template weglassen
Variante B — Mehrere Instanzen parallel Instanzübergreifende Workspace-Struktur; separate Aktenteile
Variante C — Internationales Verfahren Schiedsgericht Schiedsverfahrens-Workspace; anderen Skill parallel einsetzen

Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.

Ausgabeformat

Vorlage akte.md

[ARBEITSERGEBNIS-KOPFZEILE — gemäß Kanzleikonfiguration]

--- vor Versand klaeren ---
1. Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
2. Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
3. Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]

Schlussabsatz Variante A (kooperativ):
Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen fuer ein klaerenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.

Schlussabsatz Variante B (formal-streng):
Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.


# Mandat: [Mandant] — [Kurzbeschreibung]

**Slug:** [slug]
**Eröffnet:** [JJJJ-MM-TT]
**Status:** aktiv
**Vertraulichkeit:** [standard / erhöht / clean-team]

---

## Parteien

**Mandant:** [Name]
**Gegenseite:** [Name(n)]

## Mandatstyp

[Zivilstreitigkeit | Arbeitsrechtssache | Verwaltungsverfahren | Strafverteidigung | FGO | SGG | IP | sonstiges — mit einzeiliger Begründung]

## Sachverhalt

[2–5 Sätze: Gegenstand, Beteiligte, Streitwert/Risiko, Besonderheiten gegenüber dem Kanzleistandard.]

## Mandatsspezifische Abweichungen

*Abweichungen vom Kanzleistandard, die nur für dieses Mandat gelten.*

- [z. B. "Prozesskostenfondlimit: Mandant besteht auf max. 50.000 EUR, nicht Standard 100.000 EUR."]
- [z. B. "Ton: deeskalierend — Gegenseite ist Geschäftspartner."]
- [z. B. "Gerichtsstand: Hamburg; abweichend vom Standardsitz München."]

## Verwandte Mandate

- [slug — ein Satz zur Verbindung]

## Vertraulichkeitshinweise

[Bei erhöhter Vertraulichkeit oder Clean-Team: Begründung. Wer darf die Mandatsakte einsehen. Ob mandatsübergreifender Kontext trotz globaler Aktivierung untersagt ist.]

Seed verlauf.md

# Verlauf: [Mandant] — [Kurzbeschreibung]

Chronologisches Ereignisprotokoll. Jüngster Eintrag oben.

---

## [JJJJ-MM-TT] — Mandat eröffnet

Aufnahme abgeschlossen. Slug: `[slug]`. Status: aktiv.
[Weiterer Anfangskontext — z. B. "Eröffnet nach Zustellung Klageschrift durch [Gegenseite] am [Datum]."]

Beispiel

Anfrage: "Neues Mandat anlegen: Berufungsverfahren Müller GmbH gegen Bauer AG, OLG München, Streitwert 250.000 EUR."

Unterbefehl: neu muellerGmbH-bauer-berufung-2025

Ergebnis: akte.md wird angelegt mit Mandatstyp "Zivilstreitigkeit", Vertraulichkeit "standard", Sachverhalt aus den Angaben. verlauf.md mit Eröffnungseintrag vom heutigen Tag geseeded. Frage: "Auf muellerGmbH-bauer-berufung-2025 wechseln?"

Risiken und typische Fehler

  • Mandatsübergreifende Informationsweitergabe: Ohne strikte Trennung können Informationen aus Mandat A bei der Bearbeitung von Mandat B sichtbar werden — Verstoß gegen § 43a Abs. 2 BRAO. Das Flag Mandatsübergreifender Kontext: aus (Standard) verhindert dies.
  • Löschung statt Archivierung: Archivierte Mandate dürfen nicht gelöscht werden (§ 50 Abs. 2 BRAO: 5 Jahre Aufbewahrung). schließen verschiebt nur.
  • Konfliktkontrolle nicht Aufgabe dieses Skills: Die Aufnahme erfasst die Angaben des Anwalts; eine eigenständige Konfliktkontrolle kann das Plugin nicht ersetzen.
  • Slug-Kollision mit archivierten Mandaten: Wird ein Slug wiederverwendet, der in _archiviert/ liegt, ist das archivierte Mandat unter _archiviert/<slug>/ weiter lesbar.
  • Retention/Aufbewahrung: Das Schließen archiviert; Löschfristen nach § 50 BRAO und DSGVO Art. 17 sind Sache der Kanzlei.

Quellenpflicht

  • Gesetzestexte: §§ 43a, 45, 46, 50 BRAO; § 3 BORA; Art. 32 DSGVO; § 1 BDSG
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • Quellenregel: Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff; keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen.

Hinweis: Dieser Skill ersetzt keine anwaltliche Beratung im konkreten Einzelfall.

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