Klagewerkstatt — Laufzeit aus eigenem Skill
Kanzlei hat hauseigenes Klage-Plugin (klagewerkstatt-kanzlei) installiert und will damit Klagen aus eigenem Sachverhalt erstellen. Laufzeit-Variante Klagewerkstatt. Prüfraster: Sachverhalt Beklagtenadresse Zuständigkeit §§ 12 13 29 29c ZPO §§ 23 71 GVG. Output: fertige Klageschrift DOCX und Markdown. Abgrenzung zu klagevorlage-aus-eigenen-mustern (Lernlauf) und inkasso-zahlungsklage-ersteller (standalone).
Klagewerkstatt — Laufzeit aus eigenem Skill
Triage — kläre vor dem Einsatz
- Ist das hauseigene Klage-Plugin (
klagewerkstatt-<kanzlei>) installiert — enthält esassets/vorlagen-leer/standardklage.mdundreferences/hausregeln.json? - Sind Sachverhalt, Parteien, Forderungshöhe und Beklagtenanschrift vollständig bekannt?
- Welche sachliche Zuständigkeit liegt vor (AG bis 10.000 EUR / LG darüber, §§ 23, 71 GVG)?
- Welche örtliche Zuständigkeit gilt (§§ 12, 13 ZPO allgemein; § 29 ZPO Erfüllungsort; § 29c ZPO Verbraucherverträge)?
- Soll zusätzlich ein Kurz-Memo im Gutachtenstil mit Prozessrisiken erstellt werden?
- Was will der Mandant wirklich erreichen? (Nicht: was steht im Standardweg, sondern: welches Ergebnis ist fuer den Mandanten persoenlich/wirtschaftlich das beste? Manchmal ist der schnellere Vergleich besser als der formal "richtige" Weg.)
Zentrale Normen
§ 253 ZPO (Klageschrift) — §§ 130, 130a, 130d ZPO (Schriftsatz, elektronisches Dokument, beA-Pflicht) — §§ 23, 71 GVG (sachliche Zuständigkeit) — §§ 12, 13, 29, 29c, 38 ZPO (örtliche Zuständigkeit) — VO (EU) 1215/2012 (Brüssel Ia, internationale Zuständigkeit) — §§ 286, 288, 280 BGB (Verzug, Verzugszinsen, Verzugsschaden) — RVG VV (Rechtsanwaltsvergütung)
Rechtsprechung
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill ist die Laufzeit-Variante. Er setzt voraus, dass das hauseigene Klage-Plugin bereits installiert ist. Er nimmt Sachverhalt und Beklagtenadresse entgegen, prüft online die Zuständigkeit, füllt die hauseigene Vorlage und liefert die Klageschrift als DOCX und Markdown.
Ablauf
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkuerzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
Schritt 1 — Hausvorlage finden
Prüfen, ob klagewerkstatt-<slug> installiert ist. Wenn nicht: auf klagevorlage-aus-eigenen-mustern verweisen.
Schritt 2 — Sachverhalt einsammeln
Parteien, Forderungsgrund, Betrag, Fälligkeit, Verzug, Beklagtenanschrift, Beweise, Anlagen.
Schritt 3 — Zuständigkeit online prüfen (Pflicht)
Sachlich: §§ 23, 71 GVG. Örtlich: §§ 12, 13, 29, 29c, 38 ZPO. Online-Recherche unter https://www.justizadressen.nrw.de/de/justiz/suche und https://www.justiz.de/onlinedienste/gerichtsverzeichnis_und_orga/index.php. Quelle und Abrufdatum dokumentieren. BeA-SAFE-ID nachtragen.
Schritt 4 — Klage erzeugen
Vorlage assets/vorlagen-leer/standardklage.md befüllen, DOCX über office/docx rendern. Anlagenliste ergänzen. Dateiname: Klage-<Beklagte>-<YYYYMMDD>.docx.
Schritt 5 — Memo (nur auf Anfrage)
Kurz-Memo im Gutachtenstil: Anspruchsgrundlagen, Beweislage, Prozessrisiken.
Strategische Optionen (vor dem Template entscheiden)
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Klageschrift aus eigenem Skill-Output generieren | Klageschrift nach Skill-Output-Schema; Template unten |
| Variante A — Skill-Output unvollstaendig Luecken vorhanden | Luecken manuell fuellen; dann Template anwenden |
| Variante B — Mandant will Vereinfachung Mahnverfahren statt Klage | Mahnbescheid § 688 ZPO als kostenguenstigere Alternative |
| Variante C — Streitwert unter 10.000 EUR (Stand ab 01.01.2026, § 23 GVG n.F.) | Amtsgericht zustaendig; vereinfachtes Verfahren AG; kein Anwaltszwang in der Klageerhebung |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzuloesen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
Output-Template
Klageschrift-Entwurf
An das [Amtsgericht / Landgericht] [Ort]
Klage
des [Kläger], [Anschrift] — Kläger —
gegen
[Beklagter], [Anschrift] — Beklagter —
Streitwert: [...] EUR
Zuständigkeitsprüfung:
| Prüfpunkt | Ergebnis |
|---|---|
| Sachlich (§§ 23/71 GVG) | AG / LG wegen Streitwert [...] EUR |
| Örtlich (§§ 12/13/29/29c ZPO) | AG/LG [...] wegen [...] |
| Online-Quelle | [...] — Abrufdatum: [...] |
| BeA-SAFE-ID | [...] |
Klageantrag: Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger [...] EUR nebst Zinsen in Höhe von [...] Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit [...] zu zahlen.
Begründung: [Sachverhalt nach ODUE-Schema: Obersatz — Definition — Untersatz — Ergebnis]
Anlagenliste:
- Anlage K 1: [...]
- Anlage K 2: [...]
Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Falsche Normwahl oder unvollständiger Sachverhalt kann das Ergebnis vollständig entwerten.
--- vor Versand klaeren ---
- Welches Verhandlungsziel hat der Mandant? [Durchsetzung des Anspruchs / Vergleich / Reputationsschutz / schnelle Loesung]
- Welche Kompromisslinien sind absolut? [Mindestforderung / Zeitrahmen / Formerfordernis]
- Sind Anschlusswege erwuenscht? [Mediation / Direktgesprach / Einigung vor Fristablauf]
Schlussabsatz Variante A (kooperativ): Wir regen eine guetliche Einigung an und stehen fuer ein klaerenden Gesprach zur Verfuegung. Eine einvernehmliche Loesung erspart beiden Seiten Zeit und Kosten.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng): Eine aussergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht wenn die Gegenseite innerhalb von [X] Tagen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet. Anderenfalls werden wir alle rechtlichen Schritte einleiten.
<!-- AUDIT 27.05.2026 bundle_004 --> Halluzinations-Audit 27.05.2026
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