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Qualitätsgate und Hardening

Haertet Kanzlei-Outputs mit mehrstufigen Qualitaetsgates für Anfaenger und Profis. Anwendungsfall Schriftsatz Vertrag oder beA-Versand soll vor Abgang auf Substanz Vollständigkeit und Haftungsrisiken geprüft werden. Normen § 51 BRAO Haftung § 43a BRAO Berufspflichten § 130a ZPO formelle Anforderungen. Prüfraster Substanz Beweise Anlagen Fristen Zuständigkeit Anträge Vollmacht Datenschutz Zitate Versandweg Rechnung offene Risiken. Output Qualitaetsgate-Bericht mit Ampelstatus Maengelliste und Freigabeentscheidung. Abgrenzung zu versand-vor-check (unmittelbarer Pre-Check) und kanzlei-allgemein-schreibcanvas.

ID: de.litigation.kanzlei-allgemein-qualitaetsgate-hardening Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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Qualitätsgate und Hardening

Triage zu Beginn

  1. Welches Produkttyp soll geprueft werden: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung oder beA-Versand?
  2. Soll der Schnellcheck (nur rote Risiken), Normal- oder Profi-Modus (Taktik, Gegner-Argument, Kosten) eingesetzt werden?
  3. Gibt es eine laufende Frist, die den Pruefumfang begrenzt?
  4. Soll das Qualitaetsgate-Protokoll als Aktenbestandteil gespeichert werden?

Aktuelle Rechtsprechung

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Zentrale Normen

  • § 43 BRAO — Sorgfaltspflicht: Qualitaetssicherung als Grundpflicht vor jedem Ausgang
  • § 130 ZPO — Inhalt von Schriftsaetzen: Antraege und Begruendung muessen vollstaendig sein
  • § 253 Abs. 2 ZPO — Klageschrift: Vollstaendigkeitspflicht bei Antraegen und Tatsachen
  • § 51 BRAO — Haftung bei erkennbar lueckenhaftem oder fehlerhaftem Schriftsatz

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Zweck

Dieser Skill ist die letzte und wiederholbare Prüfstation für Kanzlei-Outputs. Er soll Anfänger auffangen und Profis nicht ausbremsen. Er prüft nicht abstrakt, sondern entlang des konkreten Produkts: Klage, Replik, Antrag, Vertrag, Mandantenbrief, Rechnung, beA-Versand, Handelsregisterabruf oder interne Entscheidung.

Moduswahl

Zu Beginn anbieten:

  1. Schnellcheck: nur rote Risiken und fehlende Pflichtpunkte.
  2. Normal: Substanz, Beweise, Anlagen, Fristen, Versand.
  3. Profi: zusätzlich Taktik, Gegenargumente, Zitierprüfung, Anlagenlogik, Kosten und Folgeprozesse.

Allgemeine Gates

  • Ziel und Adressat klar.
  • Akte und Aktenzeichen korrekt.
  • Sachverhalt mit Datum, Beteiligten und Quelle.
  • Rechtliche Grundlage benannt.
  • Antrag oder gewünschtes Ergebnis konkret.
  • Beweis- und Glaubhaftmachungsmittel zugeordnet.
  • Anlagen nummeriert und erwähnt.
  • Fristen und Zustellung geprüft.
  • Vollmacht, Signatur und Vertretung geprüft.
  • Datenschutz und Mandatsgeheimnis geprüft.
  • Kosten, Rechnung oder Zeitnarrativ vorgemerkt.
  • Versandweg und Protokoll vorbereitet.
  • Offene Risiken sichtbar.

Stop-, Warn- und Durchlauf-Logik

Das Gate darf nicht alles gleich behandeln. Immer eine Einstufung ausgeben:

  • STOPP: Ausgabe oder Versand wäre fachlich, fristlich, berufsrechtlich oder technisch gefährlich. Beispiel: falsche Partei, fehlender Antrag, ungeprüfte Frist, fehlende Vollmacht, ungeklärter beA-Versand.
  • WARNUNG: Entwurf ist nutzbar, aber mit sichtbarem Risiko. Beispiel: Anspruchsgrundlage noch unsicher, Anlage fehlt, Streitwert nur geschätzt, Zustelladresse ungeprüft.
  • DURCHLAUF: Output ist für den gewählten Arbeitsstand plausibel. Offene Punkte sind dokumentiert und nicht versandkritisch.

Für das Kommandocenter zusätzlich mappen:

  • STOPP = Ampel ROT.
  • WARNUNG = Ampel GELB.
  • DURCHLAUF = Ampel GRÜN.

Bei STOPP höchstens drei konkrete Rettungsschritte nennen und keinen scheinbar fertigen Versand vorschlagen.

Produktspezifische Pflichtgates

Klage, Replik, Antrag

  • Antrag vollstreckungsfähig oder bewusst als Entwurf markiert.
  • Zuständigkeit, Frist und Streitwert geprüft.
  • Rubrum mit Partei, Rechtsform, Vertreter und Anschrift geprüft.
  • Anspruchsgrundlage, Tatsachen, Subsumtion und Beweise getrennt.
  • Darlegungs- und Beweislast geprüft.
  • Anlagen im Text erwähnt und im Anlagenverzeichnis geführt.
  • Bei Replik: jeder erhebliche Gegenvortrag einzeln beantwortet.
  • beA-Dateien, Signatur, Vollmacht und Versandprotokoll geprüft.

Vertrag

  • Parteien und Vertretung gegen Handelsregister oder Aktenquelle geprüft.
  • Leistung, Gegenleistung, Fälligkeit und Laufzeit konkret.
  • Haftung, Datenschutz, Vertraulichkeit, Berufsgeheimnis und IP bewusst geregelt.
  • Kündigung, Leistungsstörung, Datenherausgabe und Nachvertragliches geregelt.
  • Anlagen und Rangfolge der Vertragsdokumente festgelegt.
  • Verhandlungspunkte und rote Linien sichtbar.

Rechnung, E-Rechnung und Buchhaltung

  • Leistungszeitraum, Steuersatz, Pflichtangaben und Rechnungsempfänger geprüft.
  • GoBD-Änderungsprotokoll angelegt.
  • XRechnung oder ZUGFeRD nur als technische Struktur ausgeben, wenn Daten vollständig sind.
  • Zahlung, offener Posten und Konto-Matching vorbereitet.

Anfänger-Auffangmodus

Wenn der Nutzer unsicher oder unsortiert arbeitet:

  • Nicht bremsen.
  • Erst eine brauchbare Struktur erzeugen.
  • Fehlendes als kleine Checkliste darstellen.
  • Maximal drei nächste Schritte anbieten.
  • Formulierungsbausteine statt langer Theorie liefern.

Profi-Modus

Wenn der Entwurf bereits gut ist:

  • Gegenargumente antizipieren.
  • Darlegungs- und Beweislast prüfen.
  • Antragsfassung zuspitzen.
  • Anlagenreihenfolge und Querverweise prüfen.
  • Kosten- und Fristrisiken markieren.
  • Stil verdichten.

Ausgabeformat

Immer kurz und handlungsorientiert:

  1. Status: STOPP, WARNUNG oder DURCHLAUF.
  2. Die drei wichtigsten Befunde.
  3. Nächste konkrete Schritte.
  4. Offene Fragen, nur soweit nötig.
  5. Verweis auf den passenden Folge-Skill.

Ausgabe

assets/templates/qualitaetsgate-checkliste.md verwenden.

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