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§ 18 GWB — Marktbeherrschung: Prüfung

Prüft Marktbeherrschung nach Paragraf 18 GWB: Einzelmarktbeherrschung Abs 1 Marktanteils-Schwellen Abs 4 (40 Prozent) gemeinsame Marktbeherrschung Abs 5 und 6 intermediaere Plattformen Abs 3a sowie relative Marktmacht nach Paragraf 20 GWB. Für BKartA-Verfahren und nationale Gerichte.

ID: de.antitrust.paragraf-18-gwb-pruefung Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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§ 18 GWB — Marktbeherrschung: Prüfung

Normstruktur

§ 18 GWB (in der Fassung der GWB-Novelle 2021) enthält folgende Prüfungsebenen:

§ 18 Abs. 1 GWB — Marktbeherrschung allgemein

Ein Unternehmen ist marktbeherrschend, wenn es als Anbieter oder Nachfrager:

  • Ohne Wettbewerber ist,
  • Keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt ist, oder
  • Eine im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern überragende Marktstellung hat.

Faktoren: Marktanteil, Finanzkraft, Zugang zu Beschaffungs- und Absatzmärkten, Verflechtungen, Marktzutrittsschranken, tatsächlicher oder potenzieller Wettbewerb, Ausweichmöglichkeiten der Marktgegenseite.

§ 18 Abs. 4 GWB — Vermutungsregel

Ein Unternehmen wird vermutet marktbeherrschend zu sein, wenn es einen Marktanteil von mindestens 40 Prozent hat.

Widerlegbarkeit: Die Vermutung ist widerlegbar durch Nachweis, dass trotz des Marktanteils wesentlicher Wettbewerb besteht.

§ 18 Abs. 5 und 6 GWB — Gemeinsame Marktbeherrschung

Abs. 5: Zwei oder mehr Unternehmen können gemeinsam marktbeherrschend sein (Oligopol).

Vermutungen (§ 18 Abs. 6 GWB):

  • Drei oder weniger Unternehmen haben zusammen 50 Prozent Marktanteil, oder
  • Fünf oder weniger Unternehmen haben zusammen 66⅔ Prozent Marktanteil.

Prüfung der gemeinsamen Beherrschung: Strukturelle Symmetrie, Transparenz, Anreiz zur Koordinierung ohne Absprache (tacit collusion), fehlende Korrekturmechanismen.

§ 18 Abs. 3a GWB — Intermediäre Plattformen

Für Unternehmen auf mehrseitigen Märkten und Netzwerken (eingefügt 2021):

Zu berücksichtigen sind zusätzlich:

  • Direkte und indirekte Netzwerkeffekte.
  • Parallele Nutzung mehrerer Dienste (Multi-Homing) und damit verbundene Wechselkosten.
  • Zugang zu wettbewerbsrelevanten Daten.
  • Innovationswettbewerb.
  • Wettbewerbsdruck durch Innovation (auch durch Unternehmen außerhalb des Markts).

§ 20 GWB — Relative Marktmacht

Auch ohne absolute Marktbeherrschung: Ein Unternehmen kann relativ marktmächtig sein gegenüber einem abhängigen Handelspartner, der keine zumutbaren Ausweichmöglichkeiten hat.

Praxis: Häufig bei Lebensmitteleinzelhandel (Marktmacht gegenüber Lieferanten).

Prüfungsschema

1. Relevanter Markt: [Sachmarkt + Räumlicher Markt]
2. Marktanteil: [%]
3. Vermutungsregel § 18 Abs. 4: [greift / greift nicht]
4. Weitere Faktoren:
   - Marktzutrittsschranken: [hoch / mittel / niedrig]
   - Finanzkraft: [überragend / normal]
   - Datenzugang (bei Plattformen § 18 Abs. 3a): [relevant / nicht relevant]
5. Gemeinsame Marktbeherrschung § 18 Abs. 5–6: [prüfen / nicht relevant]
6. Relative Marktmacht § 20: [prüfen / nicht relevant]
7. Ergebnis Marktbeherrschung: [ja / nein / zweifelhaft]

Leitentscheidungen § 18 GWB

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • BKartA, Beschl. v. 01.02.2022 — B6-22/21 (Facebook/Meta) — § 18 Abs. 3a GWB; ueberragende marktuebergreifende Bedeutung; Datenverarbeitung als marktrelevanter Faktor.
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

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