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Marktabgrenzung — Kontextanalyse

Verfahren beginnt und Verfahrensart und Parteistellung muessen bestimmt werden bevor die Marktabgrenzung-Analyse starten kann. Identifiziert Verfahrensart Fusionskontrolle Kartellverbot Missbrauchsverfahren und Zielrichtung der Marktabgrenzung. Normen FKVO 139/2004 Art. 101 102 AEUV §§ 1 18 19 35 GWB. Prüfraster ergebnisgetriebene Argumentation Parteistellung methodische Vorentscheidungen prozessualer Kontext. Output Kontext-Analysememo mit Verfahrensart Parteiposition und Routing-Empfehlung für Folge-Skills. Abgrenzung: gesamtbewertung-tragfähigkeit für Gesamturteil nach der Analyse.

ID: 412483dd-0140-40af-a976-5f20f923c83c Version: 0.1.1 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-15
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Marktabgrenzung — Kontextanalyse

Zweck

Bevor die sachliche und räumliche Marktabgrenzung inhaltlich geprüft werden kann, muss ihr Entstehungskontext verstanden werden. Marktdefinitionen sind selten neutral: Sie werden von Parteien strategisch eingesetzt, um Marktanteile zu verkleinern (wenn Marktbeherrschung droht) oder zu vergrößern (wenn Effizienzgründe vorgebracht werden).

Analyse-Schritte

1. Verfahrensart bestimmen

Verfahren Relevante Norm Primärziel der Marktabgrenzung
Fusionskontrolle FKVO 139/2004 / §§ 35 ff. GWB Marktanteilsschwellen und SIEC-Test
Kartellverbot Art. 101 AEUV / § 1 GWB Wettbewerbsbeschränkung bewirkt/bezweckt
Missbrauchsverbot Art. 102 AEUV / §§ 19–20 GWB Marktbeherrschungsnachweis
BKartA-Sektoruntersuchung § 32e GWB Strukturanalyse ohne konkretes Verfahren

2. Wer hat die Marktabgrenzung vorgelegt?

  • Eigenes Team: Welches Ergebnis soll gestützt werden? Fusionszulässigkeit (weiter Markt gewünscht) oder Missbrauchsabwehr (enger Markt zu vermeiden)?
  • Gegnerische Partei: Gegensätzliche Interessenlage identifizieren.
  • Wettbewerbsbehörde (BKartA, Kommission, NCA): Prüfung auf methodische Konsistenz und Abweichungen von Präzedenzfällen.

3. Prüfung auf ergebnisgetriebene Argumentation

Indizien für Ergebnisorientierung:

  • Markt wird ohne ökonomische Begründung sehr eng/weit definiert.
  • Kundendaten und Elastizitäten fehlen, stattdessen nur funktionale Beschreibungen.
  • Präzedenzfälle werden selektiv zitiert oder ohne Kontext übertragen.
  • SSNIP-Test wird übergangen oder die Preissteigerung wird außerhalb des Rahmens 5–10 Prozent gewählt.
  • Angebotsseitige Substitution wird als Argument für breiten Markt eingesetzt, ohne Kurzfristigkeitscheck.

4. Dokumentation

Verfahrensart: [Fusionskontrolle / Kartell / Missbrauch]
Vorleger der Abgrenzung: [Eigenes Team / Gegner / Behörde]
Erkennbare Zielrichtung: [Markt enger / weiter als plausibel]
Ergebnisorientierungs-Score: [gering / mittel / hoch]
Begründung: [...]

5. Überleitung

Der Output dieser Kontextanalyse fließt in alle nachfolgenden Prüfungsschritte ein. Er bestimmt die Prüfungsintensität und die Richtung der Alternativdefinitionen (Skills alternative-marktdefinition-eng und alternative-marktdefinition-weit).

Leitentscheidungen Kontextanalyse

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
  • EK, Marktdefinitionsbekanntmachung 2024 Rn. 10-30 — Kontextfaktoren: Regulierung, Substitution, Technologie, Verhalten.
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

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