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Elastizitäten und Diversion Ratios

Oekonomischer Gutachter oder Mandant legt Elastizitaetsdaten oder Diversion-Ratio-Analyse vor und Belastbarkeit ist zu prüfen. Prüft Eigenpreis-Elastizitaet Kreuzpreis-Elastizitaet und Diversion Ratios als Instrumente quantitativer Marktabgrenzung. Normen EU-Bekanntmachung Marktdefinition 2024 SSNIP-Test § 18 GWB Art. 102 AEUV. Prüfraster oekonometrische Methodik Datenbasis Endogenitaet Schwellenwerte Cellophane-Fallacy. Output Methodenbewertungs-Memo mit Staerken Schwaechen und prozessualer Angreifbarkeit. Abgrenzung: ssnip-test-anwendung für den SSNIP-Test selbst.

ID: de.antitrust.elastizitaeten-diversion-ratios Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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Elastizitäten und Diversion Ratios

1. Eigenpreis-Elastizität

Definition

[\varepsilon_{ii} = \frac{\partial Q_i / Q_i}{\partial P_i / P_i}]

Gibt an, um wie viel Prozent die Nachfrage nach Produkt i sinkt, wenn der Preis von i um ein Prozent steigt.

Interpretation für Marktdefinition

  • Hohe Eigenpreis-Elastizität (Betrag > 2): Starker Wettbewerb — Nachfrager weichen aus.
  • Niedrige Eigenpreis-Elastizität (Betrag < 1): Geringe Ausweichmöglichkeiten — mögliche Marktmacht.

2. Kreuzpreis-Elastizität

Definition

[\varepsilon_{ij} = \frac{\partial Q_i / Q_i}{\partial P_j / P_j}]

Positiver Wert: Produkte i und j sind Substitute. Negativer Wert: Komplementärgüter.

Schwellenwerte

In der behördlichen Praxis gilt eine Kreuzpreis-Elastizität von > 0,5 als Indiz für Substituierbarkeit. Strenge wissenschaftliche Anforderungen verlangen Signifikanztest und Robustheitsprüfung.

3. Diversion Ratio

Definition

Die Diversion Ratio D(i→j) gibt an, welcher Anteil der bei Produkt i verlorenen Umsätze zu Produkt j wechselt (bei einer Preiserhöhung für i).

[D_{i \to j} = \frac{\Delta Q_j}{\Delta Q_i}]

Anwendung im SSNIP-Test

Der kritische Verlustanteil bestimmt, ab welcher Abwanderungsquote eine 5-prozentige Preiserhöhung unrentabel ist. Die Diversion Ratio zeigt, wohin die Abwanderung erfolgt — das wichtigste Substitut.

Merger Simulation

Diversion Ratios sind Kerngröße der Merger Simulation (Upward Pricing Pressure — UPP):

  • Hohes D(i→j): Fusion von i und j beseitigt starken Wettbewerbsdruck.
  • Gering: Kein wesentlicher Verlust an Wettbewerb durch Fusion.

4. Methodische Anforderungen

Datenbasis

  • Paneldaten (zeitliche Variation in Preisen und Mengen).
  • Querschnittsdaten (regionale Variation) als Alternative.
  • Mindestbeobachtungszeitraum: typisch 3–5 Jahre.

Endogenitätsproblem

Preise und Mengen werden gleichzeitig bestimmt → OLS-Schätzung verzerrt. Lösung: Instrumentvariablen (z.B. Kostengrößen als Instrument für Preise).

Robustheitsprüfungen

  • Alternative Spezifikationen testen.
  • Ausreißer identifizieren (Sonderpreisperioden, Promotional Pricing herausnehmen).
  • Ergebnisstabilität bei unterschiedlichen Stichproben.

5. Prüfprotokoll

Methode: [OLS / IV / BLP / andere]
Datenzeitraum: [von ... bis ...]
Endogenitätskorrektur: [ja / nein / fehlend]
Kreuzpreiselastizität i→j: [Wert]
Diversion Ratio i→j: [Wert]
Signifikanz: [p < 0,05 / nicht signifikant]
Schwächen: [...]
Bewertung: [belastbar / eingeschränkt belastbar / nicht belastbar]

Leitentscheidungen Elastizitaeten / Diversion Ratios

  • EK, Horizontal Merger Guidelines 2004 Rn. 22-29 — Diversion Ratios als Evidenz fuer Marktabgrenzung; hohe Diversion zwischen Produkten A und B indiziert gemeinsamen Markt.
  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

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