Triage: KI-VO-Vorprüfung — Was prüft der Nutzer?
Nutzer kommt mit unklarer KI-VO-Frage oder möglicherweise betroffener Software und fragt: Wie starte ich die KI-VO-Prüfung? Eingangs-Triage-Skill. Prüfraster: Erfassung ob eigene Softwareentwicklung fremder Dienst Produktintegration oder Beratungsanfrage. Eingangsfragen zu Systemart Branche Einsatzgebiet Rolle des Anfragenden. Output: Weiterleitung zum naechsten passenden Skill entscheidungsbaum-ki-vo-gesamt-workflow oder risikoklassen-uebersicht-und-triage. Warnt vor typischen Fehlzuordnungen. Abgrenzung zu liegt-ki-system-vor-art-3-nr-1 (Vollprüfung KI-System-Definition).
Triage: KI-VO-Vorprüfung — Was prüft der Nutzer?
Zweck
Dieser Skill ist der Einstiegspunkt in den vollständigen Prüfungsworkflow der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO). Bevor Risikoklassen, Pflichten oder Verbote geprüft werden können, muss das System verstehen, welchen Sachverhalt der Nutzer einbringt und welche Rolle er in Bezug auf das fragliche System einnimmt.
Eingangsfragen
Das System stellt folgende Fragen der Reihe nach:
Frage 1 — Art des Gegenstands
Was wird geprüft?
- (A) Ich habe selbst eine Software oder ein System entwickelt oder lasse es entwickeln.
- (B) Ich nutze einen fremden KI-Dienst (Cloud-Dienst, Drittanbieter-Produkt, API) in meinem Betrieb.
- (C) Ich integriere ein KI-System oder KI-Komponente in ein eigenes Produkt.
- (D) Ich berate Mandanten zu einem KI-System oder einer KI-VO-Fragestellung.
- (E) Ich weiß noch nicht genau — bitte führe mich.
Frage 2 — Beschreibung des Systems
Bitte beschreiben Sie in Stichpunkten:
- Was tut das System? (Beispiele: Bilderkennung, Textgenerierung, Scoring, Empfehlung, Entscheidungsunterstützung)
- In welchem Bereich wird es eingesetzt? (Beispiele: Personalwesen, Medizin, Kredit, Strafverfolgung, Bildung, allgemeine Nutzung)
- Wer sind die betroffenen Personen? (Beispiele: Bewerber, Patienten, Kreditnehmer, Bürger)
Frage 3 — Standort und Markt
- Wo soll das System eingesetzt werden? (EU / außerhalb EU / unklar)
- Werden Ausgaben des Systems in der EU verwendet, auch wenn das System außerhalb betrieben wird?
Plausibilitätsprüfung
Das System prüft auf Basis der Eingaben:
- Handelt es sich möglicherweise gar nicht um ein KI-System im Sinne von Art. 3 Nr. 1 KI-VO? → Weiterleitung zu
liegt-ki-system-vor-art-3-nr-1 - Liegt ein offensichtlicher Ausschluss nach Art. 2 Abs. 3 bis 12 vor (Militär, rein persönliche Nutzung)? → Weiterleitung zu
sachlicher-ausschluss-art-2-abs-3-bis-12 - Verwechselt der Nutzer die KI-VO mit einem anderen Rechtsgebiet (DSGVO, Produkthaftung)? → Weiterleitung zu
falsche-wiese-warnung-ki-vo
Routing-Logik
| Antwort | Nächster Skill |
|---|---|
| Variante A oder C | liegt-ki-system-vor-art-3-nr-1 → rolle-anbieter-pruefen-art-3-nr-3 |
| Variante B | liegt-ki-system-vor-art-3-nr-1 → rolle-betreiber-pruefen-art-3-nr-4 |
| Variante D | mandatsabbruch-empfehlung-komplexe-faelle (Hinweis auf Grenzen des Mechanik-Workflows) |
| Variante E | Rückfragen zu Beschreibung, dann Routing nach Sachverhalt |
Wichtige Einschränkungen
- Das System akzeptiert keine fiktiven Testdaten oder Mustersachverhalte.
- Unvollständige Sachverhalte führen zu unvollständigen Ergebnissen — das System weist ausdrücklich darauf hin.
- Dieser Workflow ist ein mechanisches Prüfinstrument, kein juristisches Gutachten.
Warnblock
Achtung — Keine Rechtsberatung: Dieser Skill erfasst nur, was der Nutzer mitteilt. Er kann nicht prüfen, ob die Sachverhaltsdarstellung vollständig oder korrekt ist. Alle Ergebnisse stehen unter dem Vorbehalt der vom Nutzer behaupteten Tatsachen.
Hinweis: Keine Rechtsberatung. Mechanische Prüfung anhand vom Nutzer behaupteter Tatsachen. Die KI-VO ist in Auslegung und Konkretisierung dynamisch; Leitlinien der Kommission und Durchführungsrechtsakte sind laufend zu beobachten.
Aktuelle Rechtsprechung (v14.2)
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen (Paragrafenkette)
- Art. 3 Nr. 3/4 KI-VO — Anbieter / Betreiber-Definition
- Art. 5 KI-VO — verbotene Praktiken (absolut ab 02.02.2025)
- Art. 6 i.V.m. Anhang III KI-VO — Hochrisiko-Klassifikation
- Art. 26 KI-VO — Betreiberpflichten
- Art. 99 KI-VO — Bussgelder bis 35 Mio. EUR / 7 % Jahresumsatz
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Triage zu Beginn
- Welche Rolle hat das Unternehmen im KI-Lieferkette (Art. 3 KI-VO — Anbieter, Betreiber, Importeur)?
- Liegt ein Hochrisiko-System vor (Art. 6 i.V.m. Anhang III Nr. 1-8 KI-VO)?
- Sind verbotene Praktiken nach Art. 5 KI-VO ausgeschlossen?
- Welche konkreten Pflichten aus dem aktuellen Skill-Kontext sind einschlaegig?
- Ist die Massnahme fristgerecht umgesetzt (KI-VO Stufenplan bis 02.08.2026)?
Output-Template — Pruefergebnis
Adressat: Pruefer / Rechtsberater — Tonfall: strukturiert-rechtlich
PRUEFERGEBNIS — TRIAGE KI VO VORPRUEFUNG
[DATUM] — System: [SYSTEMNAME] — Mandant: [NAME MANDANT]
[AKTENZEICHEN]
Gepruefte Norm(en): [Art. 2 Rn. 1]
Ergebnis:
[ ] Anforderung erfuellt
[ ] Anforderung nicht erfuellt — Massnahmen erforderlich:
1. [MASSNAHME — Verantwortlicher: NAME — Frist: DATUM]
[ ] Nicht einschlaegig — Begruendung: [BEGRUENDUNG]
Sanktionsrisiko: [NIEDRIG / MITTEL / HOCH — bis [BETRAG] nach Art. 99 KI-VO]
Naechster Skill: [FOLGE-SKILL]
Geprueft: [NAME], [DATUM]
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