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Unternehmensweite Risikoanalyse

Risikobasierte AML/CFT-Risikoanalyse nach § 5 GwG für Verpflichtete. Anwendungsfall Unternehmen muss gesetzlich vorgeschriebene Risikoanalyse erstellen oder aktualisieren. Normen § 5 GwG Risikoanalyse § 6 GwG interne Sicherungsmassnahmen FATF-Empfehlungen BaFin-AuA. Prüfraster Produkte Kundenstruktur Laender Vertriebskanaele Transaktionen bestehende Kontrollen Risikoniveau. Output Risikoanalysedokument mit Risikoklassifizierung Kontrolllueckenbewertung und Massnahmenplan für Behoerdenvorlage. Abgrenzung zu geldwäsche-sicherungsmassnahmen-icp und geldwäsche-audit-internal-revision.

ID: de.regulatory.geldwaesche-risikoanalyse-unternehmen Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-01
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Unternehmensweite Risikoanalyse

Triage zu Beginn

  1. Welche Branche und welche Verpflichteten-Kategorie trifft die Risikoanalyse?
  2. Welche Risikofelder sollen abgedeckt werden: Kunden, Produkte, Vertriebskanaele, Laender, Transaktionen?
  3. Liegt bereits eine Risikoanalyse vor, die aktualisiert werden soll, oder wird sie erstmalig erstellt?
  4. Gibt es eine spezifische BaFin-/Aufsichtsvorgabe oder FATF-Leitlinie fuer diesen Sektor?

Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis

Stand 05/2026:

  • BaFin-AuA GwG (Allgemeiner Teil, AuA AT) — Veröffentlichung 29.11.2024; Ergänzung 06.03.2025 (Kryptowertetransfers, selbst gehostete Adressen) — anwendbar seit Februar 2025 — bafin.de.
  • EuGH, Urt. v. 13.02.2025 — C-383/23 (ILVA) — Unternehmensbegriff im wettbewerbsrechtlichen Sinne für DSGVO-Bußgeldobergrenze; methodisch übertragbar auf Bußgelder anderer EU-Sekundärrechtsakte mit ähnlicher Bußgeldsystematik.
  • AMLA seit 01.07.2025 operativ; AMLR (EU) 2024/1624 ab 10.07.2027 anwendbar; Risikoanalyse-Anforderungen sind weiter strukturiert (Art. 7 ff. AMLR) — strategisch Migrationsplan anlegen.

Rechtsprechung im Mandat live verifizieren — keine Aktenzeichen aus Modellwissen.

Zentrale Normen

  • § 5 GwG — Unternehmenseigene Risikoanalyse: Pflichtinhalt und Aktualisierung
  • § 4 Abs. 1 GwG — Interne Sicherungsmaßnahmen als Folge der Risikoanalyse
  • FATF Guidance — Risk-Based Approach fuer Finanzinstitutionen (2021)
  • BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise (AuA) GwG — Risikoanalysevorgaben

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Zweck

Dieser Skill macht § 5 GwG operationalisierbar: Risikoidentifikation, Bewertung, Maßnahmen, Freigabe, Aktualisierung und Dokumentation.

Wann verwenden

  • wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
  • wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
  • wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt

Arbeitsweise

  1. Rolle und Pflichtenkreis klären. Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist.
  2. Daten sauber ziehen. Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie.
  3. Quellenstand protokollieren. Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum.
  4. Risikobasiert entscheiden. Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken.
  5. Verzeihend nachziehen. Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist.
  6. Arbeitsprodukt liefern. Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A.
  7. Qualitätstor. Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit.

Rückfragen, wenn unklar

  • Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
  • Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
  • Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
  • Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
  • Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?

Ausgabeformat

  • Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen
  • KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand
  • Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow
  • prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation
  • offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise

Typische Fehler vermeiden

  • Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
  • Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
  • Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
  • Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
  • Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
  • Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.

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