AML/KYC-Kommandocenter
Kommandocenter für alle Geldwäsche- KYC- Sanktions- und Behoerdenfaelle vom Intake bis zum Massnahmenplan. Anwendungsfall Compliance-Beauftragter oder Anwalt erhaelt neuen Fall und muss schnell den richtigen Workflow starten. Normen GwG gesamt § 43 GwG Verdachtsmeldung § 10 GwG Sorgfaltspflichten. Prüfraster Verpflichtetencheck Risikoklasse KYC-Status Sanktionsscreening Verdachtsfall Eskalation. Output Triage-Ergebnis mit Routing zum passenden Skill Statusampel und naechsten Schritten. Abgrenzung zu geldwäsche-verpflichteten-check und geldwäsche-simulation-testlauf.
AML/KYC-Kommandocenter
Triage zu Beginn
- Handelt es sich um einen Neu-Fall (Intake), einen laufenden Fall (Update) oder einen Eskalationsfall?
- Welcher Skill soll zuerst geladen werden: KYC-Onboarding, Verdachtsmeldung, Behoerdenverfahren oder Risikoanalyse?
- Welche Fristen sind unmittelbar relevant (Meldepflicht § 43 GwG: unverzueglich)?
- Sind echte oder simulierte Daten zu verarbeiten?
Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis
Stand 05/2026. Rechtsprechung im Mandat live verifizieren — Aktenzeichen nicht aus Modellwissen.
EU-AML-Paket — Geltung und Übergang:
- VO (EU) 2024/1624 (AMLR / EU-Geldwäscheverordnung) — anwendbar ab 10.07.2027; ersetzt weite Teile des nationalen GwG.
- RL (EU) 2024/1640 (6. Geldwäsche-RL) — regelt nationale Aufsichtsstrukturen, Register, FIU, Sanktionen; Umsetzungsfrist läuft.
- VO (EU) 2024/1620 (AMLA-VO) — Errichtung der AMLA (Anti-Money Laundering Authority) mit Sitz in Frankfurt am Main; operativ aktiv seit 01.07.2025; übernimmt 2026 zentrale AML/CFT-Mandate von der EBA; direkte Aufsicht über ausgewählte Verpflichtete ab 2028.
BaFin Auslegungs- und Anwendungshinweise zum GwG (AuA AT):
- BaFin-AuA aktualisiert: Veröffentlichung 29.11.2024; ergänzende Veröffentlichung 06.03.2025 mit Berücksichtigung des Finanzmarktdigitalisierungsgesetzes vom 27.12.2024 (insbesondere Kryptowertetransfers, selbst gehostete Adressen). Anwendung ab Februar 2025. Aktualität über bafin.de prüfen.
Übergangsphase Verpflichtete: Während 2026/2027 gelten parallele Regime — bis 10.07.2027 nationales GwG mit BaFin-AuA; ab 10.07.2027 unmittelbar geltende AMLR. Compliance-Programme sollten Migration vorbereiten (Dokumentation, Schulungen, ICP-Anpassung).
Zentrale Normen
- § 4 GwG — Interne Sicherungsmaßnahmen: Case-Management als Pflichtbestandteil
- § 7 GwG — Geldwäschebeauftragter als Fallverantwortlicher
- § 43 GwG — Verdachtsmeldung: Unverzueglichkeit als Fristmerkmal
- § 8 GwG — Aufzeichnungspflichten fuer alle Fallvorgaenge
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Nutze diesen Skill als Einstieg für jedes AML/KYC-Mandat: Risikoanalyse, Kundenprüfung, wirtschaftlich Berechtigte, Sanktionsscreening, Verdachtsmeldung, Behördenverfahren oder Remediation.
Wann verwenden
- wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
- wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
- wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt
Arbeitsweise
- Rolle und Pflichtenkreis klären. Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist.
- Daten sauber ziehen. Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie.
- Quellenstand protokollieren. Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum.
- Risikobasiert entscheiden. Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken.
- Verzeihend nachziehen. Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist.
- Arbeitsprodukt liefern. Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A.
- Qualitätstor. Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit.
Rückfragen, wenn unklar
- Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
- Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
- Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
- Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
Ausgabeformat
- Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen
- KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand
- Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow
- prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation
- offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise
Typische Fehler vermeiden
- Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
- Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
- Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
- Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
- Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
- Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.
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