Immobilien, Güterhandel und Nichtfinanzsektor
AML/KYC-Prüfung für Immobilienmakler Gueterhaendler Kunsthandel Edelmetalle und sonstige Nichtfinanzunternehmen. Anwendungsfall Makler oder Gueterhaendler will prüfen ob GwG-Pflichten bestehen und wie KYC-Prozesse auszugestalten sind. Normen § 2 Abs. 1 Nr. 14 GwG Immobilienmakler § 2 Abs. 1 Nr. 16 GwG Gueterhaendler § 4 GwG interne Sicherungsmassnahmen. Prüfraster Verpflichtetenstatus Risikoanalyse Identifizierung Transaktionsschwellen Barzahlungsverbot. Output KYC-Prozessdesign mit Risikoeinstufung Identifizierungsprotokoll und Barzahlungsregel-Dokumentation. Abgrenzung zu geldwäsche-kyc-onboarding und geldwäsche-risikoanalyse-unternehmen.
Immobilien, Güterhandel und Nichtfinanzsektor
Triage zu Beginn
- Welcher Verpflichteten-Typ: Immobilienmakler, Notarkanzlei bei Immobiliengeschaeft, Gueterthaendler (Kunst, Edelmetalle, Luxusgueter)?
- Ueberschreitet der Barzahlungsbetrag den Schwellenwert (10.000 EUR brutto bei Gueterthaendlern, § 4 GwG)?
- Liegen PEP- oder Hochrisikoindikatoren beim Kaeufer oder Verkaeufer vor?
- Ist die Immobilientransaktion Teil einer komplexen Struktur mit mehreren Zwischengesellschaften?
Aktuelle Rechtsprechung und Behoerdenpraxis
- Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.
Zentrale Normen
- § 2 Abs. 1 Nr. 10-14 GwG — Verpflichtete aus Immobilien- und Guetersektor
- § 4 GwG — Barzahlungsschwellenwerte (10.000 EUR) fuer Gueterthaendler
- § 15 GwG — Verstaerkte Sorgfaltspflichten bei risikoreichen Kunden
- § 43 GwG — Meldepflicht bei Verdacht; gilt fuer alle Verpflichteten einschliesslich Makler
Quellenregel
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Zweck
Dieser Skill übersetzt GwG-Pflichten in pragmatische Workflows für Nichtfinanzunternehmen.
Wann verwenden
- wenn ein neues AML/KYC-, GwG-, Sanktions- oder Compliance-Thema aufgenommen wird
- wenn Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Transaktionen, Länder, Produkte oder Vertriebskanäle risikobasiert geprüft werden müssen
- wenn ein Alert, Treffer, Behördenkontakt, Verdachtsmoment, Pressefall oder Remediation-Projekt vorliegt
Arbeitsweise
- Rolle und Pflichtenkreis klären. Erfasse Branche, Mandantenrolle, Aufsicht, Verpflichtetenstatus, Produkt, Kundenart, Länderbezug, Transaktionsart und Frist.
- Daten sauber ziehen. Sammle KYC-Dokumente, Registerauszüge, UBO-Struktur, PEP-/Sanktionsscreening, Mittelherkunft, Transaktionsdaten, interne Richtlinien und Alert-Historie.
- Quellenstand protokollieren. Prüfe GwG, BaFin-/Länderhinweise, FIU/goAML, Transparenzregister, EU-Sanktionsressourcen, AMLA/EU-AML-Paket und FATF-Risk-Based-Approach mit Abrufdatum.
- Risikobasiert entscheiden. Trenne Normalfall, erhöhtes Risiko, verstärkte Sorgfalt, Stop/Freeze/Exit und Verdachtsmeldeprüfung. Keine automatische Freigabe bei Datenlücken.
- Verzeihend nachziehen. Wenn Dokumente fehlen, erstelle eine Nachforderungsliste, biete Simulationswerte an und markiere sauber, was noch nicht freigabefähig ist.
- Arbeitsprodukt liefern. Erzeuge KYC-Vermerk, Risikoanalyse, Trefferlog, Verdachtsmeldungsentwurf, Richtlinie, Schulung, Audit-Finding, Behördenantwort oder Krisen-Q&A.
- Qualitätstor. Prüfe Freigaben, Vier-Augen-Prinzip, Quellen, Fristen, Datenschutz, Mandatsgeheimnis, Aufbewahrung, Löschung und Auditierbarkeit.
Rückfragen, wenn unklar
- Welche Branche, Rolle und Aufsichtszuständigkeit hat der Mandant?
- Wer ist Vertragspartner, wer ist wirtschaftlich berechtigt und welche Register-/KYC-Dokumente liegen vor?
- Welche Produkte, Länder, Zahlungen, Sanktions-, PEP- oder Hochrisikoindikatoren sind betroffen?
- Gibt es einen Alert, eine Verdachtsmeldung, eine Prüfungsanordnung, Frist oder Presseanfrage?
- Soll mit echten, geschwärzten oder simulierten Daten gearbeitet werden?
Ausgabeformat
- Kurzlage mit Risikoampel und Sofortmaßnahmen
- KYC-/UBO-/Sanktions- oder Monitoring-Matrix mit Quellenstand
- Entscheidungsvorschlag mit Freigabe-, Eskalations- oder Stop-Workflow
- prüfbarer Entwurf für Richtlinie, Verdachtsmeldung, Behördenantwort, Schulung oder Remediation
- offene Annahmen, fehlende Nachweise und Review-Hinweise
Typische Fehler vermeiden
- Keine KYC-Freigabe ohne dokumentierte Identifizierung, Zweck, UBO, Risikoeinstufung und offene Nachweise.
- Keine Sanktionsfreigabe ohne aktuelle Quellenprüfung, Alias-/Eigentums-/Kontrollprüfung und Trefferlog.
- Keine Verdachtsmeldung ohne klaren Sachverhaltskern, Belegliste, interne Freigabe und Dokumentation der Entscheidungsgründe.
- Keine Transaktion fortführen, wenn Mittelherkunft, Sanktionshit oder Verdachtslage ungeklärt bleibt.
- Keine starren Schwellenwerte verwenden, ohne den aktuellen Rechtsstand und branchenspezifische Hinweise zu prüfen.
- Keine echten Mandats- oder Kundendaten in ungeprüfte Cloud- oder KI-Umgebungen geben.
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