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Gliederung mit Tiefen-Struktur

Student erstellt Gliederung für juristische Hausarbeit mit korrekter Tiefenstruktur A Roemisch Arabisch Kleinbuchstaben. Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge Zivilrecht öffentlich-rechtlicher Aufbau Strafrecht Drei-Stufen. Normen §§ 133 157 BGB Methodenlehre. Prüfraster Gliederungs-Logik Hierarchie Prüfungsschema-Sichtbarkeit Vollständigkeit. Output Gliederungs-Entwurf Tiefenstruktur-Template. Abgrenzung zu gutachtenstil-vs-urteilsstil (Stil) und subsumtion-schritt-fuer-schritt (Inhalt).

ID: 22ca02ed-7f62-4c27-925a-b3f1d2a61ff8 Version: 0.1.0 License: Apache-2.0 Author: Klotzkette Language: de Added: 2026-06-15
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Gliederung mit Tiefen-Struktur

Triage zu Beginn

  1. Welches Fachgebiet und wie viele Anspruchsgrundlagen/Pruefungspunkte sind zu erwarten?
  2. Wie ist die gewuenschte Tiefe der Gliederung (Anfaenger: A.I.1.a), Examen: tiefer)?
  3. Gibt es Konkurrenzen zwischen Anspruchsgrundlagen, die in der Gliederung sichtbar sein muessen?
  4. Sollen Hilfsweise-Pruefungen als eigene Gliederungspunkte oder als Unterpunkte erscheinen?

Aktuelle Rechtsprechung und Methodik

  • Rechtsprechung: keine Entscheidung aus Modellwissen zitieren; vor Ausgabe über offizielle oder frei zugängliche Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage verifizieren.

Zentrale Normen

  • § 242 BGB — Treu und Glauben: Gliederung muss die rechtlichen Beziehungen vollstaendig abbilden
  • § 308 ZPO — Bindung an Antraege: Gliederung darf nicht ueber den Bearbeitungsvermerk hinausgehen
  • §§ 195 ff. BGB — Verjährung als eigener Gliederungspunkt bei Anspruchs-Erloesung
  • § 362 BGB — Erfuellung als erster Erloeschungsgrund in Gliederungs-Unterebene

Quellenregel

Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.

Zweck

Eine gute Gliederung zeigt schon im Inhaltsverzeichnis, ob Du das Problem verstanden hast. Sie ist die Schiene, auf der die Argumentation läuft.

Schritt 1 — Standard-Tiefenstruktur

A. Erster Hauptpunkt
   I. Erster Unter-Hauptpunkt
      1. Erste Voraussetzung
         a) Erste Teilvoraussetzung
            aa) Erste Teil-Teil-Voraussetzung
            bb) Zweite Teil-Teil-Voraussetzung
         b) Zweite Teilvoraussetzung
      2. Zweite Voraussetzung
   II. Zweiter Unter-Hauptpunkt
B. Zweiter Hauptpunkt

Reihenfolge: A — B — C; I — II — III; 1 — 2 — 3; a) — b) — c); aa — bb — cc.

Schritt 2 — Reihenfolge je Fachgebiet

Zivilrecht

A. Anspruch K gegen B aus § 433 II BGB (Kaufpreiszahlung)
   I. Wirksamer Kaufvertrag
      1. Angebot
      2. Annahme
      3. Wirksamkeit (Geschäftsfähigkeit, Form, AGB)
   II. Anspruch nicht erloschen
      1. Erfüllung § 362 I BGB
      2. Aufrechnung § 387 BGB
      3. Verjährung
   III. Anspruch durchsetzbar
      1. Einreden (z.B. § 320 BGB)

B. Anspruch K gegen B aus § 280 I BGB iVm § 433 BGB (Schadensersatz statt der Leistung)
   I. Schuldverhältnis
   II. Pflichtverletzung
   III. Vertretenmüssen
   IV. Schaden

Öffentliches Recht (Verwaltungsklage)

A. Zulässigkeit
   I. Verwaltungsrechtsweg § 40 VwGO
   II. Statthafte Klageart § 42 I VwGO
   III. Klagebefugnis § 42 II VwGO
   IV. Vorverfahren §§ 68 ff. VwGO
   V. Klagefrist § 74 VwGO
   VI. Zuständigkeit (sachlich, örtlich)

B. Begründetheit
   I. Anspruchsgrundlage / Rechtsgrundlage
   II. Formelle Rechtmäßigkeit (Zuständigkeit, Verfahren, Form)
   III. Materielle Rechtmäßigkeit
      1. Tatbestand
      2. Rechtsfolge / Ermessen
   IV. Rechtsverletzung Kläger

Strafrecht

A. Strafbarkeit T wegen Diebstahl gemäß § 242 StGB
   I. Tatbestand
      1. Objektiver Tatbestand
         a) Fremde bewegliche Sache
         b) Wegnahme
            aa) Bruch fremden Gewahrsams
            bb) Begründung neuen Gewahrsams
      2. Subjektiver Tatbestand
         a) Vorsatz
         b) Zueignungsabsicht
            aa) Aneignungs-Element
            bb) Enteignungs-Element
   II. Rechtswidrigkeit
   III. Schuld
      1. Schuldfähigkeit
      2. Schuldformen / Unrechtsbewusstsein
      3. Entschuldigungsgründe
   IV. Strafzumessungs-Erwägungen (ggf.)
   V. Ergebnis

Schritt 3 — Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge im Zivilrecht (V-C-G-D-D-B)

Rang Anspruchs-Grundlage Norm
V ertrag Erfüllungsanspruch § 433 II BGB usw.
C ulpa in contrahendo Vorvertragliches Verschulden § 280 I iVm § 311 II BGB
G eschäftsführung ohne Auftrag echte / unechte GoA §§ 677 ff. BGB
D inglich Eigentums-/Besitzansprüche §§ 985 und 1004 BGB
D elikt Unerlaubte Handlung §§ 823 ff. BGB
B ereicherung Leistungs-/Eingriffskondiktion §§ 812 ff. BGB

Warum diese Reihenfolge?

  • Vertraglich vor gesetzlich: Vertrags-Anspruch ist regelmäßig spezieller
  • Vorvertraglich vor dinglich: c.i.c. wird oft als "neben-vertraglich" gerechnet
  • Vor Bereicherung: weil bei Vorliegen eines Vertrags Bereicherung typisch ausgeschlossen ist (Bestandsschutz Leistungs-Anspruch)

Schritt 4 — Tiefe der Gliederung

Anfänger-Hausarbeit (20-30 Seiten)

  • Hauptpunkte: 3-5
  • Maximal-Tiefe: aa) / bb)
  • Mehr Tiefe verzettelt

Fortgeschrittenen-Hausarbeit (30-40 Seiten)

  • Hauptpunkte: 4-7
  • Maximal-Tiefe: aaa) / bbb)
  • Bei sehr komplexen Anspruchs-Konkurrenzen tiefere Strukturierung

Examens-Hausarbeit (50-80 Seiten)

  • Hauptpunkte: 5-10
  • Maximal-Tiefe: ααα) / βββ) (gr. Buchstaben für Tiefen-Tiefe)

Schritt 5 — Konkretes Gliederungs-Beispiel — gemischter Fall

Sachverhalt: A verkauft B ein gebrauchtes Auto. B zahlt nicht. Später entwickelt A Bedenken wegen einer Mängel-Anzeige B's, dass das Auto nicht funktioniere.

A. Anspruch A gegen B auf Kaufpreis aus § 433 II BGB
   I. Wirksamer Kaufvertrag
      1. Angebot
      2. Annahme
      3. Wirksamkeit (AGB-Kontrolle? Sittenwidrigkeit?)
   II. Anspruch nicht erloschen
      1. Erfüllung
      2. Rücktritt B (§ 437 Nr. 2 sowie §§ 323 und 326 BGB)
         a) Mangel
            aa) Vereinbarte Beschaffenheit
            bb) Übliche Beschaffenheit
         b) Nacherfüllungs-Frist gesetzt?
         c) Folge: Rücktritt durchgreifend?
      3. Aufrechnung (Schadensersatz B)
   III. Anspruch durchsetzbar
      1. Verjährung
      2. § 320 BGB Einrede

B. Anspruch A gegen B auf Schadensersatz aus §§ 280 I, 437 Nr. 3 BGB
   I. Schuldverhältnis (Kaufvertrag)
   II. Pflichtverletzung
   III. Vertretenmüssen
   IV. Schaden

C. Gegenanspruch B gegen A auf Lieferung mangelfreier Sache aus § 437 Nr. 1 BGB
   I. Mangel
   II. Frist
   III. Anspruch nicht ausgeschlossen

Schritt 6 — Probleme bei der Gliederung

Problem 1: Doppelung von Voraussetzungen

Wenn dieselbe Voraussetzung in zwei Anspruchs-Grundlagen geprüft wird:

✅ Beim ersten Mal vollständig prüfen. ✅ Beim zweiten Mal verweisen: "Auf die Ausführungen unter A. I. wird verwiesen."

Problem 2: Tief-Verschachtelung

Wenn die Tiefe aa) → aaa) benötigt wird, prüfe:

  • Lässt sich strukturell anders gliedern?
  • Sind die untersten Punkte wirklich getrennt zu behandeln?

Problem 3: Hilfsweise-Prüfung

Wenn ein Punkt am Ergebnis nicht entscheidet, aber zur Vollständigkeit zu prüfen ist:

III. Hilfsweise: Annahme der Wirksamkeit des Vertrags
   1. ...
   2. ...

Problem 4: Mehrere Anspruchssteller

Bei mehreren Klägern: pro Kläger eigenen Hauptpunkt.

A. Ansprüche des A
   I. Anspruch gegen B
   II. Anspruch gegen C
B. Ansprüche des K
   I. Anspruch gegen B
   II. Anspruch gegen C

Schritt 7 — Inhaltsverzeichnis

Format

INHALTSVERZEICHNIS

A. Ansprüche des A gegen B........................................ 5
   I. Anspruch aus § 433 II BGB................................... 5
      1. Wirksamer Kaufvertrag.................................... 5
         a) Angebot............................................... 5
         b) Annahme............................................... 6
         c) Wirksamkeit........................................... 7
      2. Anspruch nicht erloschen.................................. 9
   II. Anspruch aus § 823 I BGB................................... 12
B. Ansprüche des B gegen A....................................... 15
...

Tipps

  • Seitenzahlen genau angeben
  • Tiefen-Struktur visuell durch Einrückung
  • Bei elektronisch generiertem Inhaltsverzeichnis Verlinkungen verwenden

Schritt 8 — Selbst-Test

  • Liest sich Deine Gliederung wie eine Geschichte?
  • Folgen die Anspruchs-Grundlagen der V-C-G-D-D-B-Regel (Zivilrecht)?
  • Sind alle Tatbestandsmerkmale erfasst?
  • Sind keine Strukturen über-tief?
  • Sind alle Hilfsweise-Punkte gekennzeichnet?

Hilfsfragen für Deine Reflexion

  • Habe ich die Reihenfolge der Anspruchsgrundlagen richtig?
  • Ist meine Tiefe angemessen für die Hausarbeit-Art?
  • Habe ich alle Tatbestandsmerkmale erfasst?
  • Habe ich die Konkurrenzen strukturell abgebildet?
  • Habe ich Hilfsweise-Prüfungen als solche markiert?

Übergang zu

  • gutachtenstil-vs-urteilsstil — Schreib-Stil
  • zivilrecht-anspruchsgrundlagen-pruefung — Detail Zivilrecht-Schema
  • oeffentliches-recht-statthaft-zulaessig-begruendet — ÖR-Schema
  • strafrecht-tatbestand-rechtswidrigkeit-schuld — Strafrecht-Schema

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